Chronik des FSV Straubing 1926
Da sämtliche Vereinsunterlagen des FSV 1926 Straubing e.V. während der Kriegswirren verloren gingen, basiert diese Vereinschronik auf Erzählungen früherer Mitglieder, auf Presseberichten und den Ereignissen nach 1946. Ich habe diese Daten zusammengetragen und sie nach bestem Wissen und Gewissen schriftlich festgehalten.
Lothar Palloch
Verfasst im Jahr 1992
Überarbeitet 2020/2022/2023
Wir, der FSV Straubing 1926 e.V., sind ein Sportverein, dessen Aktivitäten sich auf alles beziehen, was mit Fußball und dem runden Leder zu tun hat. Unser Sportplatz mit Vereinsheim befindet sich seit 1990 am Alburger Rennweg im Südwesten von Straubing.
Vereinschronik – Kurzfassung
- Gründung des Vereins: Mai 1926 als „Freie Spielvereinigung Straubing“
- Spielgelände: Hagenwiesen
- Nach einigen Jahren Auflösung des Vereins aus politischen Gründen:
- 1933 Neubeginn unter dem Namen „Teutonia Straubing“
- Spielgelände: „Jungmeierplatz“ an der Regensburger Straße
- Vereinigung mit dem „Reichsbahn Turn- und Sportverein“:
- 1937 Erster eigener Sportplatz mit Umkleideräumen und Bad: Ziehbrückenweg, Straubing Süd
- Während der Kriegsjahre Einstellung des Spielbetriebs und Auflösung des „Reichsbahn Turn und Sportvereins“:
- 1943 Neugründung der „Freien Spielvereinigung Straubing“:
- 1946 Vizemeisterschaft im Kampf um die um die süddeutsche Jugendmeisterschaft
- 1947 Endspiel der A-Jugend gegen Stuttgarter Kickers wurde mit 1:2 verloren, nachdem man zuvor Mannschaften wie 1860 und Bayern München ausschalten konnte.
- Eigener neuer Sportplatz an der Wittelsbacher Höhe (ehem. Panzerjägerkaserne):
- 1948 Endgültiger Vereinsnamen „Fußballsportverein Straubing 1926 e.V.“ (FSV): 20.01.1949 Spielbetrieb in der damals höchsten niederbayerischen Spielklasse, der Kreisliga.
- Gründung der Stadtmeisterschaft und Eingliederung verschiedener Unterabteilungen:
- ab 1948 (FSV Hirschvogel, FSV Privat, FSV Viktoria, FSV Ortler, FSV Post, FSV Fliegerhorst, FSV Burg, FSV Teutonia, FSV Eintracht)
- 1951 Gründung der Unterabteilung „FSV Teutonia“:
- 1956 Gründung der Unterabteilung „FSV Burg“:
- 1968 Schließung des „Sportplatzes an der Wittelsbacher Höhe“:
- 1968 Ausgliederung des Vereins auf das „Sportzentrum Peterswöhrd“:
- 1970 Pachtvertrag für ein Sportgelände auf der „Gstütt-Insel“ (heute Spvgg SR)
- 1977 Niederbayerischer Pokal-Vizemeister: Endspielniederlage gegen TSV Straubing 0 : 2
- 1987 Genehmigung zur Erweiterung der Sportanlage „Südwest“:
- 1988 Baubeginn der neuen Sportplätze am Stadion Südwest:
- 17.08.1991 Einweihung der Sportplätze am Stadion Südwest mit dem Spiel der AH-Mannschaft gegen die Uwe Seeler Traditionself mit Nationalspielern und Weltmeistern wie Bernd Hölzenbein, Klaus Fischer, den Förster-Brüdern, Klaus Augenthaler uva.
- 2005 Gründung einer Spielgemeinschaft mit dem FC Straubing zur SG FSV/FC Straubing
- Am 12.05.07 wird Willi Maas nach Bernhard Zepner zum 2. Ehrenvorsitzenden des FSV 1926 e.V. Straubing ernannt.
- 2012 Spielgemeinschaft mit der JVA Straubing.
- 2013 Fusionsversuch mit der SpVgg Hankofen, der aber nach einem Jahr ebenfalls scheiterte.
- Seit 2014 wieder allein mit nur einer Seniorenmannschaft und einer AH-Mannschaft, ohne Juniorenabteilung.
- 2015 mit neuer Vorstandschaft um Jürgen Brunner, Anmeldung des Juniorenbetriebs.
- 2019 Gründung einer Jugend-Spielgemeinschaft mit dem VfB und Türk Güci Straubing
- 2024 Auflösung des Vereins und Streichung aus dem Vereinsregister
Vereinsvorstände
- 1926 – 1930: Hans Schmid, Toni Maier, Ludwig Holzer
- bis 1937: Albert Brandl
- 1946: Sebastian Walchshäusl
- 1947: Jakob Fritz
- 1948: Alois Kolbeck
- 1949: Josef Hammerl
- 1950: Franz Seufert
- 1953: Jakob Fritz
- 1954: Franz Seufert
- 1959: Josef Andrusiak
- 1960: Hans Schneitl
- 1963: Heinz Pflügl
- 1965: Ernst Deutsch
- 1967: Ferdinand Mühlbauer
- 1969: Willi Maas
- 1972: Sepp Bogner
- 1977: Lothar Palloch
- 1981: Manfred Bauer
- 1986: Lothar Palloch
- 1990: Alfons Ruhland
- 1992: Willi Höchbauer
- 1996: Alfons Ruhland
- 1998: Martin Walchshäusl
- 2000: Reinhold Fütterer
- 2006: Markus Röglin
- 2010: Torsten Runge
- seit 2014: Jürgen Brunner
Derzeitige Vorstandschaft
- 1.Vorsitzender: Jürgen Brunner
- 2.Vorsitzender: Robert Sieber
- Geschäftsführer: Jürgen Brunner
- Hauptkassier: Emmi Laumbacher
- Sportlicher Leiter: Torsten Runge
- Jugendleiter: Gerhard Reicheneder
- Beisitzer: Regina Bauer, Nail Demir
Ehrenvorsitzende des FSV
- Bis 1978 Bernhard Zepner
- Seit 2007 Willi Maas
Verdiente ehemalige und aktuelle Vereins- und Verbandsfunktionäre
- Ferdinand Mühlbauer, ehem. Kreisschiedsrichter-Obmann, Gruppenspielleiter
- Bruno Walter, Jugendwart BLSV
- Willi Maas, jahrzehntelanger Hauptkassier, ehem. Vorsitzender, Lehrwart SR-Gruppe SR
- Walter Schröter, langjähriger Schiedsrichter
- Rudolf Zepner, langjähriger Trainer von Schüler, Jugend und Senioren
- Klaus Hering und Peter Bielmeier, langjährige Geschäftsführer
- Florian Schmiegelt, Ehrenamtspreis des BFV für die Jugendarbeit
- Robert Sieber, über 10 Jahre 2. Vorstand des Vereins und großer Förderer
- Jürgen Brunner 10 Jahre erster Vorstand des Vereins
Aktuelle Schiedsrichter
- Ferdinand Mühlbauer, Christian Engl, Willi Maas
Ehemalige verdiente Schiedsrichter
- Max Pfeffer, Valentin Jung, Sepp Karl, Lothar Andrissek, Ludwig Heimerl, Leo Listl, Ernst Bogner, Max Rossmeier, Guntram Arnim, Christian Engl, Walter Schröter, Willi Maas
Sportplatzhistorie des FSV Straubing
Von den Hagenwiesen über die Wittelsbacher Höhe zum Peterswöhrd – und jetzt an den Alburger Rennweg.
Die Sportplatzgeschichte des FSV Straubing dauerte bis zu ihrer endgültigen Lösung 65 Jahre. Als erster „Sportplatz“ im Jahr 1926 standen die Hagenwiesen zur Verfügung. Dies waren die Viehweiden vor den Toren der Stadt, auf deren Fläche heute das alljährliche Gäubodenvolksfest stattfindet. Mit Stangen und Latten baute man Tore auf – und nach den Spielen wieder ab – der erste Sportplatz war fertig. Vom Hagen ging es über den Peterswöhrd zum Jungmeier-Platz an der Regensburger Straße. Dort konnte man auch als „Teutonia“ die erste Meisterschaft des jungen Vereins feiern. Durch die Vereinigung mit dem Reichsbahn Turn- und Sportverein erhielt man 1937 den ersten eigenen Sportplatz mit Umkleideräumen und Bad am Ziehbrückenweg (heutige Eisenbahner – Sportanlage)
Nach dem 2. Weltkrieg wurde von vielen Vereinsmitgliedern in unzähligen Arbeitsstunden aus dem Bombentrichterfeld an der Wittelsbacherhöhe der erste „FSV-Platz“ erbaut. Dies war zwar „nur“ ein Aschen- bzw. Schlackenplatz, aber er wurde 20 Jahre zur Heimat des Vereins im Süden der Stadt. Hier feierte man die größten sportlichen Erfolge in der Vereinsgeschichte. 3000 (!) Zuschauer bei Spielen gegen Spvgg Landshut, FC Passau, Spvgg Deggendorf und anderen heute größeren Vereinen waren keine Seltenheit. Auch die legendäre A-Jugend des Vereins, die 1951 die süddeutsche Jugend-Vizemeisterschaft erringen konnte, spielte auf diesem Platz. Damals wurden immerhin Vereine wie 1860 und Bayern München ausgeschaltet.
Im Jahre 1968 erfolgte die Ausgliederung auf den Peterswöhrd, nachdem aus dem Sportplatz an der Wittelsbacherhöhe ein Schulsportplatz wurde. Der FSV Straubing erhielt darauf aber kein Spiel- und Benutzungsrecht. Kurzfristig war man auch Besitzer der Wiesen auf der Gstüttinsel, die später vom FC Straubing und der Spvgg Straubing zu deren heutigen Sportanlage ausgebaut wurden. Bis 1987 spielte man dann am Peterswöhrd.
Der Traum von einer eigenen Sportanlage im Süden unserer Stadt wurde in den Jahren 1988 bis 1991 erfüllt.
In diesem Jahr wurde die Genehmigung zum Bau des eigenen Sportplatzes und Vereinsheims und somit die Erweiterung der Sportanlage Südwest erteilt. Nun konnte der Verein beweisen, zu was er fähig war. Ca. 25 000 DM konnte man in den 10 Jahren zuvor durch eisernes Sparen und vielen Eigeninitiativen der Mitglieder in Sportfesten und sonstigen Aktionen erzielen und auf die hohe Kante legen. Somit war zumindest ein gewisses Startkapital angelegt. Das Ergebnis dieser beispiellosen Aktionen war allerdings, dass man aus Sparsamkeitsgründen nur noch die wirklichen „FSVler“ halten und der Verein sich dadurch sportlich nicht mehr weiterentwickeln konnte. Finanzielle Alternativen für die Aktiven gab es jedoch beim FSV nicht. Sportlicher Misserfolg, verbunden mit dem Abstieg in die tiefsten Klassen waren der Preis für einen eigenen Sportplatz. Da aber in Straubing seit Jahren der Trend des Fußballs weg vom Spitzensport, hin zum Breitensport ging, war der beschrittene Weg sicher richtig.
Kameradschaftlich schweißte es aber die verbliebenen Mitglieder noch mehr zusammen. Ein eigens gegründeter „Förderverein Sportplatzbau“ stellte in seinem 9-jährigen Bestehen durch viele Aktionen, Stadtplatzfeste, Tombolas mit Reisen und PKWs als Hauptgewinn, Losbrief-Lotterien, Baustein-Aktion, Auftritt der C-Jugendmannschaft des FC Bayern München usw., die erforderlichen zusätzlichen Geldmittel von ca. 100 000 DM zur Verfügung. Der Verein zeigte zusammen mit dem Förderverein weiterhin sein Interesse an einer eigenen Sportanlage im Süden Straubings, indem man in beispielloser Eigeninitiative einen Sportplatz neuester Prägung mit entsprechenden Funktions- und Vereinsräumen zu bauen begann. Insgesamt leisteten Vereinsmitglieder ca. 13000 Stunden Arbeitsdienst, bis die Sportanlage fertig war. Einzelne Vereinsmitglieder wie z.B. Willi Palloch und Hans Wagner stellten sich für über 1000 Arbeitsstunden ehrenamtlich und kostenlos zur Verfügung, und verzichteten zugunsten der zu bewältigenden Arbeiten auf viele Freizeiten und auf ihren Urlaub. Nach über 3-jähriger Bauzeit war dann 1991 die Arbeit beendet und eine Sportanlage, deren Kosten immerhin über 1,1 Million DM (ca. 550 000 Euro) betrugen, ist seither Eigentum mit Erbpachtvertrag des FSV.
Ein schwer zu verkraftender, aber nicht zu verhindernder Einschnitt in das Vereinleben mit bitteren Folgen war während der Bauzeit und im Anschluss daran der Wechsel des Vereinslokals an der Wittelsbacher Höhe. Das Vereinslokal war immerhin 4 Jahrzehnte lang beliebter Treffpunkt aller Mitglieder und Freunde des Vereins.
Am 17.08.1991 konnte die neue Sportanlage des FSV Straubing mit dem unvergesslichen Spiel der Altherrenmannschaft gegen die „Uwe Seeler-Traditionself“, in welcher Weltmeister und Nationalspieler wie: Wolfgang Kleff, Karlheinz und Bernd Förster, Klaus Fischer, Klaus Augenthaler, Bernd Hölzenbein, Bulle Roth, Luggy Müller, Klaus Toppmöller und viele andere aufliefen, eingeweiht werden. Der Rundfunksprecher des WDR Jochen Hageleit „moderierte und kommentierte“ das Spiel. Das Ergebnis von 2:15 war untergeordnet, es war ein Erlebnis für alle, sowohl für die Aktiven, als auch für die ca. 1600 Zuschauer.
Der FSV Straubing hat für den Fußballsport und die sportliche Zukunft der Jugend der Stadt Straubing, vorbildliches geleistet.
Die Jugend – Korsett und Aushängeschild des Vereins
Die Vereinsphilosophie der Juniorenarbeit des FSV Straubing, welche im Internet der Juniors nachzulesen ist, basierte immer schon darauf, Kinder und Jugendliche im Verein auf einen Weg zu führen, der sie im späteren Leben zu ehrsamen, demokratisch und sozial eingestellten Mitbürgern unserer Gesellschaft macht. Zu dieser Philosophie gehört es, dass er Verein schon immer seine Spieler aus dem eigenen Jugendbereich generierte und später den Senioren zuführte. Geld oder finanzielle Vorteile konnte und wollte der Verein aber keinem seiner aktiven Spieler zugutekommen lassen. Diese Tradition zu wahren, ist ein tragender Pfeiler des Vereins.
Konnte man in den ersten Nachkriegsjahren viele Jugendliche aus dem Wohngebiet der Artilleriekaserne an der Wittelsbacher Höhe gewinnen, so wurde dies von Jahr zu Jahr schwieriger. Der große TSV Straubing und die neu gegründeten Vereine sorgten immer wieder für großen Aderlass und für Rückschläge in der Jugendarbeit. Ein Problem, mit dem man auch heute noch zu kämpfen hat. Aber es gelang den Verantwortlichen immer wieder Funktionäre zu finden, welche dafür sorgten, dass die Junioren auch heute noch zu den Aushängeschildern des Vereins gehören, und darauf kann man stolz sein.
Die größten Erfolge des Vereins bis zum 25. Vereinsjubiläum im Jahre 1951 verzeichnete die Jugendabteilung: Sepp Schollerer führte die FSV-Jungs um den späteren Profi von Westfalia Herne, Siegfried Burkhardt im Jahre 1948 bis zum Endspiel um die Süddeutsche Meisterschaft. Auf dem Wege dorthin wurden unter anderem die Jugendmannschaften der beiden Münchner Großvereine „TSV 1860“ und „FC Bayern“ ausgeschaltet. Die FSV Jugend musste sich nur im Endspiel mit 2:1 den Stuttgarter Kickers geschlagen geben. Süddeutscher Vizemeister, ein Erfolg, den seither kein anderer Straubinger Verein aufweisen kann. Otto Sautner, der später Stammspieler beim TSV wurde, erzielte als Jugendspieler in einer Saison 87 Tore. Willi Mikulasch, Straubings erster Bundesligaspieler ist ein weiterer Beweis der guten und erfolgreichen Jugendarbeit des Vereins, trotz widriger Umstände.
Viele Höhen und Tiefen bestimmten seither die Historie des Juniorensports im Verein. Jahren mit schönen Erfolgen folgten Jahre, in welchen man sogar den Spielbetrieb einstellen musste. Meist war es ein schwer zu lösendes Problem, geeignete und gut ausgebildete Leute für die großen ehrenamtlichen Aufgaben der Juniorenarbeit zu finden.
Funktionäre mit guter und zuverlässiger Qualität und Intensität gab es leider immer weniger, obwohl der Verein sie so dringend gebraucht hätte. Auch in den Wintermonaten wird der Fußballsport im Verein groß geschrieben. Nicht nur mit regelmäßigem Hallentraining.
So veranstaltete man in den Jahren 1996 bis 2011 ein international besetztes C-Junioren-Hallenturnier, das größte seiner Art im Raum Straubing, bei welchem Bundesliga-Vereine wie 1860 und Bayern München, VfB Stuttgart, SC Freiburg, FC Augsburg, 1.FC Nürnberg, sowie ausländische Spitzenmannschaften aus Österreich, Ungarn und Tschechien teilnahmen. Rekordsieger wurden aber die Jungs von der SpVgg Deggendorf, deren hervorragende Jugendarbeit mit 4 Siegen belohnt wurde. 3x konnte Rapid Wien den Pokal holen, je 2x der FC Augsburg und Bayern München, sowie 1x SpVgg Landshut, SC Freiburg, der 1. FC Nürnberg und der VfB Stuttgart.
Anfang der 2000er-Jahre musste die Jugendabteilung wegen fehlender Funktionäre für die Trainings- und Betreuungsarbeit sogar aufgelöst werden und es dauerte 3 Jahre, bis man einen Neuanfang starten konnte. Ehemalige Jugendleiter, Trainer und Betreuer fehlten unserem Nachwuchs. Leute wie Sepp Schollerer, Franz Bude, Sebastian Walchshäusl, Bernhard Zepner, Ferdinand Mühlbauer, Bruno Walter, Klaus Hering, Manfred Schrüfer, Listl Leo, Gerhard Nelke, Ottmar Spiessl, Rudi Zepner, Otto Feicht, Florian Schmiegelt, Manfred Bräu, Uwe Schult, Markus Röglin, Walter Janka und Walter Schröter, die jahrelang in der Juniorenarbeit tätig waren, um nur einige zu erwähnen, fehlten und konnten nicht gleichwertig ersetzt werden. Unter der Initiative von Lothar Palloch und Willi Maas wurden während der Ferienmonate Jugendliche aus dem Wohngebiet der näheren Umgebung der Sportanlage zum Verein geführt. Aus zunächst 4 Neuanfängern konnte innerhalb von 2 Jahren insgesamt über 70 neue Spieler gefunden werden, die unter der Leitung von Markus Röglin wieder fast alle Altersklassen in den Meisterschaftsrunden belegen konnten.
Um den Verein war es in den Folgejahren aber schlecht bestellt. Die im Verein groß gewordenen Talente wanderten zu größeren Vereinen ab, so dass der FSV Straubing mit seiner Nachwuchsarbeit immer wieder bei Null beginnen musste. Es drohte manchmal sogar die Auflösung. Aber es war immer wieder außergewöhnlichen, traditionsbewussten und treuen Vereinsmitgliedern gelungen und zu verdanken, dies zu verhindern. Derzeit ist es ein Team um Thorsten Hauke, welches für den erfolgreichen Aufschwung in unserem Juniorenbereich sorgen
Nach Jahren der Stagnation ist es seit 2017 im Bereich des Nachwuchses gelungen, wieder in allen Altersgruppen Mannschaften am Spielbetrieb anzumelden. Christian Schwarz, Thorsten Hauke, Christian Nicklas, Eduard Bittner und Daniel Porwol sind hervorragend ausgebildete und zuverlässige Trainer, die in weniger als 3 Jahren für einen sensationellen Erfolg im Nachwuchsbereich sorgten. 3 Meisterschaften in 4 Jahren, verbunden mit dem jeweiligen Aufstieg in die nächsthöhere Spielklasse, bezeugen dies.
Die C-Junioren, die 2018 als Neuling den Aufstieg schafften, werden in diesem Jahr wohl Meister der Kreisklasse und könnten somit noch mal aufsteigen. Ob sie das machen werden, wird sich zeigen. Sie haben es gemacht, sind als Meister im „Corona-Jahr“ wiederum aufgestiegen und stehen auch heuer als B-Jugend wieder an der Spitze der höheren Klasse (Kreisliga) Man sieht, es tut sich was in der Jugendarbeit und im gesamten Verein.
2020 entschloss man sich, die jahrzehntelange Misere im Straubinger Juniorenfußball zu verbessern. Bis dahin mussten talentierte Straubinger Jugendspieler zur Weiterbildung immer nach Deggendorf, Dingolfing oder Regensburg ausweichen. Zusammen mit den Junioren der Vereine VfB und Türk Güci gründete man die SR-Juniors, die seither die Geschicke im Straubinger Juniorenfußball leitet.- Durch hochrangig und gut ausgebildete Trainer will man versuchen, Talente schon frühzeitig in Straubing zu halten und für spätere Möglichkeiten in Straubinger Vereinen auszubilden. Natürlich dürfte es entscheidend sein, ob und wie andere Vereine mitziehen.
Leider konnte die jahrelange gute Juniorenarbeit die nach dem Zusammenschluss mit Türk Güzi und dem VfB Straubing als SR Juniors spielte, durch den Ausstieg der türkischen Spieler, nicht fortgesetzt werden, sodass man nach 4 Jahren erfolgreicher Juniorenarbeit eine Spielgemeinschaft zusammen mit dem VfB mit den Kinsachkickern, die in höheren Klassen spielt, einging. Der Rückzug von Thorsten Hauke mit seiner Trainermannschaft bedeutete gleichzeitig das Ende der Juniorenabteilung unter seinem Namen FSV Straubing Juniors.
Unterabteilungen und Stadtmeisterschaft
1950 wurde von Hans Schmid die „Stadtmeisterschaft“ und später sogar noch eine „Sonderrunde“ in Straubing aus der Taufe gehoben. Fußball in Straubing war damals eine sehr hoch angesiedelte Adresse. Spielklassen für den Breiten- und Feierabendsport, um die uns viele Vereine und andere Städte beneideten. Die Vereinsfunktionäre Franz Seufert, Alfons und Josef Ruhland waren die Mitinitiatoren dieser für den Fußball in ganz Bayern einmaligen Spielklasse, die den Fußballsport als Breitensport in unserem Gebiet etablierte.
Infolge des Sportplatzmangels nach dem 2. Weltkrieg, schlossen sich viele neue Mannschaften dem FSV als Unterabteilung an, bis sie durch eigene Sportanlagen in die Selbständigkeit geführt wurden.
Ab 1948 waren Mannschaften wie FSV Hirschvogel, FSV Privat, FSV Viktoria, FSV Ortler, FSV Burg, FSV Teutonia, FSV Post, FSV Fliegerhorst und FSV Eintracht dem FSV als Unterabteilungen angeschlossen.
1951 Gründung der Unterabteilung „FSV Teutonia“:
1956 Gründung der Unterabteilung „FSV Burg“:
Die Wiegen des VfB Straubing, SV Post/Kagers und FC Straubing standen beim FSV. Es dauerte immerhin fast 15 Jahre, bis sich verschiedene dieser Mannschaften selbstständig machen konnten. Die Verselbstständigung dieser Unterabteilungen schwächten aber immer wieder den Verein.
Nach Beendigung und Auflösung der Stadtmeisterschaft und Sonderrunde im Jahr 1990 lösten sich auch die Unterabteilungen Burg und Teutonia nach und nach auf.
Vereinschronik
Durch den Verlust sämtlicher Vereinsunterlagen während des 2. Weltkriegs konnten die Angaben bis zum Jahre 1946 nur aus mündlichen Übermittlungen früherer Vereinsmitglieder zusammengestellt werden.
Der FSV Straubing wurde im Mai 1926 als „Freie Spielvereinigung Straubing“ gegründet. In der damals 20 000 Einwohner zählenden Stadt Straubing entstand somit nach dem „FC Straubing“ ein zweiter Fußballverein, der bald regen Zulauf zu verzeichnen hatte. Da weder Gelände, noch Mittel für einen eigenen Sportplatz, vorhanden waren, zog man mit einigen Stangen und Latten hinaus zur Hagenwiese. Der Vater der Gründungsmitglieder Sepp und Heinrich Ertl zimmerte aus alten Brettern eine Hütte, die erste „Umkleidekabine“ des Vereins. Auswärtige Spiele erreichte man mit dem Fahrrad. Wurde wirklich einmal „motorisiert“ gereist, geschah dies per Viehwagen, den ein Vereinsmitglied zur Verfügung stellte. Omnibus war damals noch ein Fremdwort, an einen eigenen PKW dachte zu jener Zeit noch niemand. Bis zum Beginn des 2. Weltkrieges behauptete man sich mit zäher Energie. Viele unangemeldete „schwarze“ Vereine wie Teutonia, Donaustrand, VfR, Freie Spielvereinigung RingCa (Cafe Ring), Platzl, Gstütt und Kagers fanden sich dann zur Wurzel des FSV unter dem Namen Teutonia Straubing zusammen, der dann als im Verband angemeldeter Verein die Freie Spielvereinigung Straubing wurde. Clublokal war die Gaststätte „Barmherzige Brüder“ in der Petersgasse, gespielt wurde am Hagen hinter der Schießstätte, später am Peterswöhrd am alten Schießplatz. Besonders schwierig waren dabei die 30-er Jahre. Aus politischen Gründen musste 1933 die „Freie Spielvereinigung Straubing“ aufgelöst werden. Bald fand man sich aber unter dem Namen „Teutonia Straubing“ wieder. Der Spielbetrieb war noch sehr spärlich und nicht so geordnet wie heute. Größere sportliche Erfolge waren kaum zu verzeichnen. Mitzumachen war eben alles; man begnügte sich einfach, nur Fußball zu spielen. Im Jahre 1930 konnte mit der Teutonia die erste B-Klassen-Meisterschaft erreicht werden. Leute wie Hans Pregler, die Gebrüder Ertl, Josef Wagner, Franz Fuchssteiner, Richard Schuß, Alois Kolbeck, Hans Laberer, Karl Pfeiffer, Sebastian Walchshäusl und Harras Listl machten sich in dieser schweren Zeit um den Verein besonders verdient. Vorstände waren damals Ludwig Holzer (1926 bis 1930), Hans Schmid, Toni Maier, Albert Brandl (bis 1937). Allmählich wuchsen die „Freien“ zu einem gefestigten Verein heran. In den Spielbetrieb kam eine klare Linie und da nun auch andere Fußballvereine in der näheren Umgebung entstanden, wurde der Spielbetrieb regelmäßiger. Als Spielgelände diente damals einige Jahre der „Jungmeier-Platz“ an der Regensburger Straße. 1937 erfolgte die Vereinigung mit dem neu gegründeten „Reichsbahn Turn- und Sportverein Straubing“. Die erste Mannschaft spielte in der damaligen Bezirksklasse und war im Kampf um die Meisterschaft stets vorne zu finden. Zum ersten Mal bekam man auch einen eigenen Sportplatz mit Umkleidekabinen und Bad. Er lag am Ziehbrückenweg in Straubing – Süd, heutiges Gelände des Eisenbahn-Sportvereins. Zu dieser Zeit zogen aber bereits die Gewitterwolken des zweiten Weltkrieges herauf, so dass der Platz nicht mehr weiter ausgebaut werden konnte und später verödete. Im 3. Kriegsjahr musste auch der Spielbetrieb wegen Spielermangels eingestellt werden. Der „Reichsbahn Turn- und Sportverein“ hatte damit aufgehört zu bestehen. Viele treue Vereinsmitglieder kehrten aus dem Krieg nicht mehr zurück.
Sepp Schollerer, Michael Frisch, Karl Lehner jun., Karl Sepp, Mauerer, Franz Seufert, Willy Riedmayer, Zollner, Kohlbeck, Sebastian Walchshäusl, Jakob Fritz, Josef Hammerl und andere waren es, die nach dem 2. Weltkrieg erneut die Initiative ergriffen. Sie schufen 1947 die „Spielvereinigung Straubing“, die 1948 in den heutigen Namen FSV (Fussballsportverein) Straubing 1926 e.V. überging.
Ein wichtiges Jahr in der Vereinsgeschichte war das Jahr 1948, denn da bekam man wieder einen eigenen Sportplatz. Den älteren Vereinsmitgliedern wird der Platz an der „Wittelsbacher Höhe“ in der ehemaligen Panzerjägerkaserne, noch in Erinnerung sein. Heute hat das Anton Bruckner-Gymnasium seinen Schulsportplatz darauf. 1948 erreichte der Verein die damals höchste niederbayerische Spielklasse, die Kreisliga, in der sie sich jahrelang erfolgreich behauptete. Am 20.01.1949 erhielt der Verein seinen heutigen Namen „Fußball Sportverein Straubing 1926 e.V. „. Als Sportplatz wurde aus dem Bombentrichterfeld an der Artilleriekaserne durch unzählige Eigenleistungen von Mitgliedern des Vereins ein eigener Fußballplatz errichtet. Der liebevoll gefundene Name „schwarze Erde“ beruht auf den von Fa. Reifen Wagner angelieferten Gummistaub, mit welchem der Platz immer wieder neu hergerichtet wurde. Umkleideräume und ein kleines Büro konnte man in der danebenliegenden Gastwirtschaft erhalten. Die Gaststätte an der „Wittelsbacher Höhe“ war bis 1988 auch das Vereinslokal des FSV.
In der Saison 1950/1951 konnte auf dem neu erbauten Sportplatz an der Wittelsbacher Höhe in der niederbayerischen Kreisliga der 4. Tabellenplatz erzielt werden, doch drückte den FSV schon damals vor allem in finanzieller Hinsicht arg der Schuh.
Um den Verein war es danach aber schlecht bestellt. Die im Verein groß gewordenen Talente wanderten zu größeren Vereinen ab, so dass der FSV Straubing mit seiner Nachwuchsarbeit immer wieder bei Null beginnen musste. Es drohte manchmal sogar die Auflösung. Aber es war immer wieder außergewöhnlichen, traditionsbewussten und treuen Vereinsmitgliedern gelungen und zu verdanken, dies zu verhindern. Derzeit sind es Christian Schwarz, Thorsten Hauke, Christian Nicklas, Eduard Bittner, Daniel Porwol, welche für den erfolgreichen Aufschwung in unserem Juniorenbereich sorgen.
Franz Seufert übernahm 1954 erneut das Amt des ersten Vorsitzenden und die Dinge nahmen einen anderen Verlauf. Ihm zur Seite standen Alfons Ruhland, Willy Riedmayer, Martin Semmelmann, Sepp Bogner und Hans Laberer. Ab der Saison 1955/1956 spielte der FSV in der niederbayerischen Bezirksliga. Viele gute Spieler wanderten in der Folgezeit zum höherklassigen TSV Straubing ab, was den Verein natürlich in sportlicher Hinsicht sehr schwächte. Namen wie die Gebrüder Raab, Steiger „Hank“, Widmann „Wamp“, Gebrüder Zollner, Otto Sautner, Hübel, Gerhard Willimczik, Erich Frankl, Peter Schmiegelt, Max Schröttinger, Willi Scherm, Klaus Diezinger, Dieter Watzlawek, Walter Schröter, Gerhard Troffer, Bruno Walter, Alfred Namer, später dann die Gebrüder Werner und Willi Palloch, sowie Klaus Vaclavek, Ottmar Spießl, Harald Fütterer, Rudi Zepner usw. waren in den nächsten Jahrzehnten Garanten für sportliche Erfolge. Vereinstreue wurde bei ihnen, trotz verlockender Angebote anderer Vereine, groß geschrieben.
Auch Willi Mikulasch, Straubings erster Bundesligaspieler, schnürte seine ersten Fußballstiefel im „Stadion schwarze Erde“ beim FSV Straubing. Mit 15 Jahren ging er dann zum TSV und ein sagenhafter Aufstieg begann. Er war schon mit 17 Jahren der Star des Vereins, der dem TSV mit seinen Toren zu vielen Siegen verhalf. Später wanderte er zu ESV Ingolstadt in die 2.Liga Süd. Dort erzielte er 1962 als Torschützenkönig der 2. Liga Süd für den ESV Ingolstadt mit 32 Treffern ein Tor mehr als der legendäre Gerd Müller von Bayern München. Nachdem dem FCB eine Ablösesumme von 100 000 DM zu teuer war, schloss er sich 1 Jahr später dem frisch gekürten Europapokalsieger Borussia Dortmund an. Er war damit der erste Straubinger der durch Talent, Ehrgeiz, Disziplin und Trainingsfleiß den Weg bis in die Bundesliga schaffte.
Einige Jahre wirkte nun auch schon Bernhard Zepner in der Vorstandschaft mit. Bis zu seinem Tode im Jahr 1978 war er Kassier, Jugend- und Schülerleiter, schließlich Geschäftsführer und Ehrenvorsitzender des Vereins.
1964 musste der Verein, nachdem er 10 Jahre in der Bezirksliga gespielt hatte, in die A-Klasse absteigen. Damals wurde in Straubing Fußball als bis dato alleiniger Breiten- und Spitzensport durch die Gründung vieler neuer Sportarten und neuer Vereine abgelöst.
Ein großes Fußballturnier veranstaltete der Verein 1966 zum 40. Gründungsfest. Jedoch schwebte damals schon das Damoklesschwert des Platzverlustes an der Wittelsbacher-Höhe durch den Neubau des Anton Bruckner Gymnasiums über dem Verein.
So blieb als Alternative nur das neugeschaffene Sportgelände am Peterswöhrd, das dem FSV zusammen mit dem VfB Straubing im Jahre 1968 von der Stadt Straubing zugewiesen wurde. Der Verlust des eigenen Sportgeländes in Straubing-Süd sollte sich in den nächsten Jahren aber auch vor allem in der Nachwuchsarbeit negativ bemerkbar machen, zumal die überwiegende Zahl der Vereinsmitglieder damals im Süden der Stadt wohnhaft waren. Wie ein roter Faden zog sich anschließend der Kampf aller Vorstandschaften um ein neues Sportgelände, wieder in Straubing-Süd, durch die nächsten 20 Jahre. Sportlich war man inzwischen in die tiefste Klasse, die C-Klasse, abgerutscht.
1969 löste Willi Maas den hochrangigen Verbandsfunktionär, Ferdinand Mühlbauer, als Vereinsvorsitzender ab. 18 Mannschaften lieferten sich 1971 im Rahmen des 45-jährigen Vereinsjubiläums spannende Kämpfe in einem gut besetzten Turnier. Der FSV spielte mittlerweile wieder in der B-Klasse.
Sepp Bogner übernahm 1972 die Vereinsführung. Am 9.12.1973 verstarb Ehrenspielführer Ludwig („Peter“) Raab, ein vorbildlicher Sportsmann, der dem Verein über 20 Jahre, trotz verlockender Angebote, die Treue hielt.
Seit einigen Jahren wirkte auch schon Helmut Sladek als Spielertrainer mit, mit welchem als sportlicher Höhepunkt das Endspiel um die niederbayerische Pokalmeisterschaft erreicht wurde. Unter ihm gelang 1975 der unvergessliche 3:1-Erfolg über den Bayernligisten TSV Straubing beim Alburger Jubiläumsturnier.
Von 1974 und 1976 spielte man auch wieder in der A-Klasse. Als Spielertrainer fungierte ab 1975 einige Jahre der ehemalige polnische B-Auswahlspieler Helmut Sladek, eine sportliche und menschliche Persönlichkeit, der dem Verein auch heute noch treu die Stange hält.
Mit einem großen Fußballbetrieb, Bierzeltbetrieb und einer unvergesslichen Sportwoche wurde 1976 das 50-jährige Bestehen gefeiert. Schirmherr war kein geringerer als BFV-Vizepräsident Josef Vogt. Ein nochmaliger sportlicher Höhepunkt in der Vereinsgeschichte war im Jahre 1977 das Erreichen des Endspiels um den niederbayerischen Pokal. In diesem Endspiel musste man sich trotz großer Gegenwehr, dem Landesligisten und Nachbarn TSV Straubing mit 0:2 geschlagen geben. 1977 war aber auch ein Krisenjahr des Vereins. Fast die gesamte Vorstandschaft trat zurück. Der FSV stieg wieder in die B-Klasse ab.
Lothar Palloch führte ab 1977 den Verein.
Eines der Ziele war es, eine Altherrenmannschaft zu gründen, was unter der Leitung von Bogner Jock und danach Walter Schröter auch hervorragend gelang. Auch die Integration von Frauen und Freundinnen der Aktiven und Funktionäre war sehr erfreulich und wichtig für die späteren Jahre beim Bau der neuen Sportanlage. Die Mitgliederzahl konnte die Grenze von 450 überschreiten. Mit der Eintracht konnte eine 3. Mannschaft installiert werden, welche jahrelang in der Stadtmeisterschaft ihren Mann stellte.
1981 konnte man mit Erich Parzl als Trainer erneut den Aufstieg in die A-Klasse schaffen. Parzl schaffte es, dass im Training zwischen 20 und 25 Spieler anwesend waren und sie sich dadurch entsprechend verbesserten. Seine ausgeprägten medizinischen Kenntnisse kamen vielen angeschlagenen Spielern zugute. Seine unvergesslichen „Tapes“ brachten viele Verletzte ganz schnell wieder auf die Beine.
Unvergessen bleiben die 2 ½ darauffolgenden Jahre von Arpad Medve als hochrangiger Trainer, väterlicher Freund und Motivationskünstler. Erstmalig konnte der Verein einen so hochklassigen Trainer (u.a. bei Waldhof Mannheim) verpflichten, der durch seinen unvergleichlichen Einsatz und seine Menschenkenntnis das Letzte aus den Aktiven herausholte und sie somit zu Leistungen führte, die sich jeder Einzelne und vor allem die Mannschaft selbst nie zugetraut hätte. Der Lohn war der 4. Platz in der A-Klasse mit einem Trainer und einer Mannschaft, für die es überhaupt keine Rolle spielte, dass sie als eine der wenigen Mannschaften der A-Klasse Straubing ohne jegliche Entlohnung aus Spaß am Fußball dem Leder nachjagte.
1981 – 1986 führte Manfred Bauer den Verein. Spielertrainer war Josef Schambeck. Spieler wie die Gebrüder Karl, Georg und Uwe Vornehm, Rudi Zepner, Ottmar Spießl, Klaus Vaclavek, Otto Feicht, Werner und Willi Palloch, Erich Früchtl, Helmut Dietl, bestimmten in den 80-er bis Anfang der 90-er Jahre das sportliche Geschehen des Vereins. Viele Aktive hatten mit ihrer herausragenden Leistung auch von anderen Vereinen lukrative Angebote, sie blieben aber trotzdem dem Verein treu.
3 Jahre konnte man in der A-Klasse verbleiben. Es sollten für lange Zeit die letzten Jahre in dieser Spielklasse sein. Bis zur Saison 1989/1990 spielte man mit wechselnden Erfolgen in der B-Klasse, dann musste der bittere Weg in die C-Klasse angetreten werden. Inzwischen waren die Mitgliederzahlen des Vereins auf knapp 500 gestiegen, was dem Verein wirtschaftliche Sicherheit gab.
Mit jährlichen Sportveranstaltungen, verbunden mit Sport- und Stadtplatzfesten mit Bierzeltbetrieb, verfolgte der Verein weiterhin sein großes Ziel, den Sportplatzbau im Süden der Stadt zu verwirklichen. In unzähligen Aktionen wurde jede Mark gespart, um bei einer Genehmigung durch die Stadt, einen eigenen Sportplatz errichten zu können. Die Mitglieder des Vereins konnten in vielen Veranstaltungen, bei Stadtplatzfesten, Auto-Verlosungen und im Bierzelt Mark für Mark zusammentragen, um diesem Ziel näher zu kommen. Vor allem unseren Frauen und Freundinnen ist da besonderer Dank zu sagen. Sie haben nicht nur tagelang auf ihre Männer verzichten müssen, sondern sich selbst in unzähligen ehrenamtlichen Stunden und Tagen zum reibungslosen Ablauf vieler Veranstaltungen eingebracht. Ohne sie wäre der Bau der Sportanlage nicht möglich gewesen. In Bierzelten, Los- und Verkaufsständen oder als Bedienung und sonstigen Hilfsstellungen waren sie es immer wieder, die für gute Stimmung, auch in schlechten Zeiten, sorgten.
Ein einschneidender Wendepunkt in der Vereinsgeschichte war der Baubeginn des neuen Sportplatzes in Straubing-Süd, zu welchem man im Jahre 1987 die Genehmigung durch die Stadt Straubing unter Oberbürgermeister Ludwig Scherl erhielt. Die damalige Vorstandschaft um den Vorsitzenden Lothar Palloch und Hauptkassier Willi Maas, konnte den Wunschtraum aller FSV-ler nach einem eigenen Sportplatz in Straubing-Süd verwirklichen. Ein Standort in diesem Stadtteil war dem Verein besonders wichtig, weil er als „Südverein“ dort eine Vielzahl seiner Mitglieder hatte. Das bestehende FTSV-Sportgelände, das sich in städtischem Besitz befand, konnte für den FSV Straubing erweitert werden, sodass man einer guten Zukunft nahe den Wohngebieten in SR-Süd entgegensah. Leider waren mit dem erneuten Umzug aber auch große sportliche Einschnitte und der Abstieg in die C-Klasse verbunden.
Mit Hilfe des Fördervereins FSV Sportplatzbau unter Stefan Stankowic, Wolfgang Pelka, Monika Steiger und den vielen Freunden und Helfern, sowie unzähligen Eigenleistungen in fast 13 000 Arbeitsstunden, konnten zwei Sportplätze und ein Vereinsheim im Stadion Südwest errichtet werden. Besondere Erwähnung und Dank verdienen hierbei Willi Palloch und Hans Wagner, die alleine über 1000 unentgeltliche Arbeitsstunden dem Verein zugute kommen ließen und jahrelang auf Feierabend und Urlaub zugunsten des FSV Bauvorhabens verzichteten. Eine Leistung für den Verein, die man sich heute gar nicht mehr vorstellen kann.
Mit einer großen Sportveranstaltung konnte am 17.08.1991 die Einweihung des Sportplatzes stattfinden. Kein geringerer Gegner als die Uwe Seeler-Traditionsmannschaft gespickt mit vielen Weltmeistern und Nationalspielern wie Klaus Augenthaler, Klaus Fischer, Bernd Hölzenbein, Wolfgang Kleff, Bulle Roth, Luggy Müller und den Brüdern Förster, konnte als Gegner für die Altherrenmannschaft des Vereins verpflichtet werden. Vor 1600 Zuschauern war das Ergebnis des Spiels untergeordnet (2:15), jedem Aktiven und Passiven bleibt dieser Tag in schöner und unvergesslicher Erinnerung. Die Durchführung dieses vom Förderverein organisierten Spiels war aber auch ein Dankeschön des Vereins an seine verdienten Mitglieder, die in den letzten Jahren den Bau des Sportplatzes durch ca 12 000 unentgeltliche Arbeitsleistungen am neuen Sportplatz, Bierzeltveranstaltungen, Sportfeste, Stadtplatzfeste, Sammelaktionen und Tombolas, uneigennützig unterstützten.
Seit 1990 führte Alfons Ruhland den Verein. Im Jahre 1992 glückte der Mannschaft unter Konrad Reif als Trainer der erneute Aufstieg in die B-Klasse. Leider konnte diese nur 3 Jahre gehalten werden, dann musste man nicht nur einen erneuten Abstieg hinnehmen, sondern nicht weniger als 12 aktive Spieler verließen im darauffolgenden Jahr zusammen mit dem Trainer den Verein, so dass der Abstieg in der folgenden Saison unvermeidlich war.
Willi Höchbauer übernahm 1994 das Vereinsgeschehen und konnte in seiner 3-jährigen Tätigkeit vor allem im Bereich der Jugendarbeit die Tradition des Vereins wahren. Der FSV ist einer der wenigen Vereine Straubings, welche alle Jugendklassen, beginnend von den F- bis zu den A-Junioren, zum regelmäßigen Spielbetrieb gemeldet hat. Somit scheint auch der Standort des Sportplatzes der richtige zu sein.
Neue Wolken im Vereinsleben zogen jedoch schon seit einigen Jahren dadurch auf, dass es immer schwerer wurde, ehrenamtliche Funktionäre für die sportlichen und verwaltungstechnischen Aktivitäten zu finden. Offensichtlich hat sich die Gesellschaft so verändert, dass man das größere Freizeitangebot nicht mehr für die Gemeinnützigkeit in Vereinen verwendet, sondern für sich persönlich oder für die Familie nutzt. Die leidtragenden sind die Vereine, die immer weniger in der Lage sind, die erforderlichen Funktionäre zu finden.
1997 übernahm Martin Walchshäusl das Amt des Vorsitzenden, einen Wandel im sportlichen Bereich konnte aber auch er nicht einleiten. Ein aus Spielern der eigenen erfolgreichen Juniorenmannschaften bestehender Spielerkader um Stefan Bauer, Enkel von Bernhard Zepner, der nach 3-jähriger Tätigkeit beim Landesligisten SV Landau zu seinem Stammverein zurückkehrte, bildete dann das Gerüst, um zu neuen sportlichen Ufern aufzubrechen.
Seit Mai 2000 steuerte Reinhold Fütterer Vereinsschiff FSV Straubing in eine ungewisse, Zukunft. In seine Amtszeit fiel im April 2005 die Entscheidung, wegen Spielermangels eine Spielgemeinschaft mit dem FC Straubing einzugehen. Tragisch endete die Vereinstätigkeit des wohl hoffnungsvollsten Funktionärs des Vereins, Walter Janka. Er war bis zu einem völlig unerwarteten gesundheitlichen Zusammenbruch die gute Seele des Vereins. Als Hauptkassier leitete er ebenso zuverlässig die Finanzgeschäfte, wie er als Jugendleiter die Juniorenmannschaften leitete und betreute.
Im Mai 2006 übernahm Markus Röglin in schwierigen Zeiten die Führung des FSV Straubing. Gleichzeitig führte er auch die Spielgemeinschaft FSV/FC Straubing, welche die sportlichen Belange der Junioren- und Seniorenabteilung des FSV Straubing vertrat.
Nachdem Markus Röglin 2010 in einer Nacht- und Nebelaktion den Verein verließ, konnte mit Torsten Runge ein Nachfolger gefunden werden, der nun die schwere Bürde des Vorsitzenden des damals 2-ältesten Vereins Straubings trägt. Seine jungen Vorstandskollegen unterstützten ihn seither bei seiner schweren Aufgabe, den Verein zu erhalten. Ob dies gelingen wird, war nicht abzuschätzen. Um einer Schließung oder Auflösung des Vereins zu entgehen wurde im Jahr 2012/13 eine Spielgemeinschaft mit der JVA Straubing eingegangen. Aber auch dadurch ließ sich der Zustand des Vereins nicht verbessern. Neben dem sportlichen Niedergang geriet man auch in eine wirtschaftliche Schräglage, die dem Verein große Sorgen bereitete. Der Mitgliederbestand sank inzwischen unter die 200-er Grenze. In der Jahreshauptversammlung am 24.05.2013 wurde von den Mitgliedern einstimmig einer Fusion mit der SpVgg Hankofen zugestimmt. Eine endgültige Entscheidung fand in den folgenden Wochen durch die Mitgliederversammlung der SpVgg Hankofen statt. Die geplante Fusion mit der SpVgg Hankofen fand dann doch nicht statt, die Vereinsführung der SpVgg lehnte eine Fusion entgegen des Beschlusses der Mitglieder ab. Da der FSV aber als Mannschaft schon bei Hankofen gemeldet war, mussten die Spieler auch dort spielen, als Hankofen III. Dies wurde von verschiedenen Aktiven aber nicht akzeptiert und sie verließen den Verein in Richtung SV Sossau. Erneut ein verlorenes Jahr für den FSV.
2014 versucht man mit neuer Vorstandschaft einen Neuanfang. Das Fortbestehen des Vereins hing vom Erfolg dieser Bemühungen ab.
Seit März 2014 leitet Jürgen Brunner den Verein.
Und er leitet ihn hervorragend. 5 Jahre später kann man sagen, der Verein hat wieder ein Gesicht und einen Namen in und um Straubing. Nicht nur wirtschaftlich ist man durch neue Sponsoren und viele andere Aktivitäten auf einem guten Weg, sondern auch sportlich ist der Aufschwung des Vereins unübersehbar. Allerdings ist man weiterhin auf die Hilfestellung der Stadt angewiesen. Große Projekte, wie die inzwischen 30 Jahre alte Sprenkleranlage auf beiden Plätzen zu erneuern, sowie die Erneuerung der Flutlichtanlage sind große Aufgaben, die schnell zu erledigen sind, aber nur mit Hilfe der Stadt realisiert werden können. Auch den Verantwortlichen der Stadt gilt unser Dank. In einem Integrationsprogramm des BFV werden Migranten zum Fußballsport angehalten. Dadurch war es möglich auch wieder eine 2. Mannschaft anzumelden.
Nach einigen Jahren in welchen wir nur mit einer Mannschaft in der Reserverunde der A-Klasse antreten konnten, ist es nun gelungen seit 2018 wieder mit einer Mannschaft in der A-Klasse Straubing zu spielen. Und in 2019 sind wir sogar schon wieder im Mittelfeld. Auch mit den Jugendmannschaften wurde ein Neuanfang gemacht. Der Anfang ist zwar schwer, aber es stellen sich immer wieder überraschend schon schöne Erfolge ein.
Durch die politische Situation im nahen Osten und anderen Staaten kamen seit 2016 viele junge Menschen, die durch den Krieg aus ihrer Heimat vertrieben wurden, auch nach Straubing. Der FSV Straubing konnte die sportinteressierten jungen Leute aufnehmen und betreuen. In einem Förderprogramm des BFV konnten viele ausländische Mitbürger aufgenommen, betreut und in der Gemeinschaft integriert werden. Viele sind heute aktiv oder passiv dabei und sind gern gesehene Mitglieder im Verein.
Besonders gewürdigt soll die Arbeit und das Engagement unseres Ehrenmitglieds Regina Bauer werden. Sie leitet das Vereinsheim und sorgt seit Jahrzehnten dafür, dass unsere aktiven Spieler überhaupt auflaufen können. Ihre beiden Söhne Thomas und Stefan waren jahrelang wichtige Stützen der Mannschaften des Vereins, ihr Ehemann sogar Vorstand des Vereins. Was sie an Arbeitsleistungen für den Verein erbracht hat und immer noch erbringt, ist wirklich unbeschreiblich. Die Wäsche für alle Mannschaften zu waschen und für die Spiele zusammenzustellen, Reinigung der Umkleideanlagen, die unentgeltliche Bewirtung des Vereinsheims, die Organisation des Verkaufs am Sportplatz und viele Stunden der zuverlässigen Betreuung bei unzähligen Vereinsveranstaltungen sprechen dafür, dass Regina Bauer dem Verein so viele gute Dienste erwiesen hat, dass man dies gar nicht oft genug würdigen sollte. Sie ist die Tochter des unvergessenen Bernhard Zepner und damit dem Verein treu und auf Lebenszeit eng verbunden.
Die JHV 2019 war wohl eine der erfreulichsten die ich in meiner nun bereits über 60 Jahre langen Mitgliedschaft beim FSV Straubing erlebt habe. Sowohl wirtschaftlich als auch sportlich hat man das Tal durchschritten und man bewegt sich wieder in ein normales Vereinsleben. Im Jugendbereich konnte eine Zusammenführung der Juniorenmannschaften des FSV, VfB und Türk Güci erzielt werden. Leider hielt diese SG nur 1 Saison, dann zogen sich die Türken zurück und die beiden anderen Vereine konnten dies nicht ausgleichen. So wurde sowohl sportlich als auch gesellschaftlich die SG wieder abgeschafft. Der Trainer und „Macher“ des Jugendbooms Thorsten Hauke trat zurück und schloss sich einem anderen Verein (Post/Kagers) an. Das war dann das Ende der jahrzehntelangen erfolgreichen Jugendarbeit des Vereins.
Derzeit gibt es in unserer Region für die C- und B-Jugend keine Mannschaft, die unseren Jungs das Wasser reichen könnte. An solch glorreichen Zeiten können sich nur ganz alte Vereinsmitglieder erinnern. Der FSV ist wieder jemand. Heute spielen die Jungs in höheren Klassen, welche zu weiten Auswärtsfahrten bis zu 60 km zwingen. Auch das konnte bravourös mit einem entsprechenden Fuhrpark und Einsatz vieler Eltern und Vereinsmitgliedern gut gelöst werden. Dank gilt allen, die dazu beitragen.
2020 war durch die „Corona-Pandemie“ bestimmt. Dies war für alle Sportvereine eine sehr harte Zeit, auch für den FSV. Trotzdem konnten sich die aktiven Spieler aller Mannschaften behaupten, die Junioren setzten sogar ihren Siegeszug fort. Auch bei den Senioren sieht man langsam wieder Land.
Wie ich schon schrieb, Leuten wie Jürgen Brunner, Robert Sieber, Henryk Schreder, Christian Schwarz und Thorsten Hauke, Christian Nicklas, Eduard Bittner, Mario Schreder, Daniel Porwol (Enkel von Helmut Sladek), Uwe Schult, sowie vielen Sponsoren und Eltern unseres Nachwuchses ist es vor allem zu verdanken, dass der FSV Straubing sich heute als der älteste noch existierende Fußballverein Straubings bezeichnen darf, der in 6 Jahren sein 100-jähriges Jubiläum feiern kann.
Der Verein stand viele Male sowohl sportlich, als auch wirtschaftlich vor dem Abgrund, konnte sich aber immer wieder aufrappeln und darf stolz auf seine treuen Mitglieder, Funktionäre und Aktiven sein.
Inzwischen wurden auch am Sportplatz verschiedene Neuerungen durchgeführt. Der Versammlungsraum wurde saniert und die Bandenwerbung wird im Frühjahr 2022 neu installiert. Die dafür erforderlichen Sponsoren sollen dafür sorgen, dass nach Jahrzehnten der „Armut“ endlich wieder mehr Geld in die Vereinskasse fließen soll und muss. Für die geplanten Juniorenziele eine unbedingt nötige Maßnahme, sind ja jetzt Fahrten zu den Auswärtsspielen in ganz Niederbayern erforderlich. Auch hat man durch eine Maßnahme der Stadt jetzt auf dem FSV-Platz eine neue Flutlichtanlage und kann so das Training für alle Mannschaften jetzt besser auf 2 Plätzen durchführen. Für die Auswechselspieler wurden überdachte Sitzbänke installiert und der Rasensprenkler wurde saniert. Allerdings stehen jetzt Sanierungsarbeiten im Vereinsheim an. Diese werden z.B. durch Erneuerung der Heizungsanlage einen 6-stelligen Betrag erfordern. Den kann der Verein aber nicht stemmen. Es laufen Bemühungen eine Fusion mit dem VfB Straubing einzugehen, Man hofft dadurch das Sportheim sanieren zu können. Man sieht jetzt schon in großer Vorfreude auf das Jahr 2026 voraus, in welchem der Verein sein hundertjähriges Bestehen feiern darf.
Fußball hat in Straubing keinen großen Stellenwert mehr. Andere Sportarten wie Eishockey Inline-Hockey, American Football, Handball und Basketball haben den Fußball überholt. Die meisten Vereine finden die erforderlichen Funktionäre für die vielen ehrenamtlichen Tätigkeiten nicht mehr. Allein in diesem Jahr mussten Vereine wie der FC, die Grasshoppers und die kroatische Mannschaft die Segel streichen. Verschiedene Vereine kämpfen seit Jahren ums Überleben. Die Jugendmannschaften haben stark abgenommen, vor allem ab dem 14. Lebensjahr findet man kaum noch Spieler. Spielgemeinschaften und Fördergruppen mit weiten Fahrtwegen wurden gegründet, aber auch das ist nicht die erforderliche Lösung.
Fusionsvorschlag des VfB für Bündelung der Aktivitäten der Vereine Straubings.
Fehlende Funktionäre und finanzielle Nöte in den Vereinen, sowie die Abnahme von Jugendspielern sind der Grund. Der Verband hat dafür eine Regelung getroffen, welche viele Fragen dazu beantwortet. Die Zeit der vielen selbständigen Fussballvereine in Straubing geht dem Ende zu.
Anfang 2022 kam vom VfB der Vorschlag, mit dem FSV eine Fusion einzugehen. Der VfB spielt in der Landesliga Mitte und wird durch einen Sponsorenring auf höher Aufgaben vorbereitet. Es gibt das Gerücht, der VfB möchte seine Aktivitäten bündeln und noch mehr Unterstützung für diese höherklassigen Vertragsamateure in Form einer GmbH anbieten. Ziel solle es sein, zukünftige Spieler aus Straubing und dem nahen Umfeld in diese Vertragsamateurmannschaft zu integrieren. Man ist dann aber nicht mehr in der Lage, die bisherige Ideologie des Breitensports fortzusetzen. Deshalb plant man, die für den Breitensport geführten Bereiche wie die Jugendarbeit oder die Frauenmannschaften auszugliedern. Dem FSV wurde das Angebot einer Fusion gemacht. In den beiden Vereinen finden im Januar 2022 ausserordentliche Mitgliederversammlungen statt, in welchem diese Möglichkeit überdacht und entsprechend vereinbart werden soll.
Der Wunsch des VfB Straubing nach einer Verschmelzung beider Vereine wurde in einer Mitgliederversammlung des VfB abgelehnt. Eine Abstimmung der FSV-Mitglieder ergab zwar eine Befürwortung von 97 %. Der VfB konnte dann aber in seiner JHV 2023 in einer erneuten Abstimmung eine 100%-ige Zusage zu Fusionsgesprächen mit dem FSV erzielen.
Somit haben beide Vereine jetzt den Auftrag, einen Fusionsvorschlag zu erarbeiten und den Mitgliedern zur erneuten Abstimmung vorzulegen. Dies soll im April 2024 geschehen.
Inzwischen wurde eine Spielgemeinschaft mit 2 Mannschaften gegründet und erhielt den Namen SG FSV/VfB II bzw. SG FSV II/VfB III. Leider musste man durch fehlende Informationen von der Presse erfahren, dass es keine Fußballmannschaft mit dem Namen FSV Straubing 1926 e.V. mehr gibt. Die so hoffnungsvoll gestartete Jugendabteilung musste nach Unstimmigkeiten mit dem Trainer Thorsten Hauke eingestellt werden. Die übriggebliebenen Spieler wurden den Kinsachkickern zugeordnet. Die Jugendabteilung des FSV Straubing gibt es nicht mehr. Wir werden am Samstag den 18.11.23 eine Information über die Pläne der Vorstandschaft haben. Eine vorausgegangene Besprechung interessierter Vereinsmitglieder hat viele Fragen aufgeworfen, die die Vorstandschaft beantworten wird. Man ist inzwischen sehr skeptisch über eine Fusion und völlig unverständlich für alle Mitglieder ist die Entscheidung, die eigene Jugend aufzulösen bzw. den Kinsachkickern einzugliedern. Lassen wir uns überraschen, wie es weitergeht.
Nach Auskunft der Vorstandschaft ist folgendes geplant: Die erste Mannschaft des VfB wird sich unter Leitung des fusionierten Vertrags verselbständigen in der Art von EHC/Tigers im Eishockey. Alle anderen Mannschaften, 2. und 3. Mannschaft, AH, Jugend und Damen werden vom neuen fusionierten Verein geleitet. Die Jugend soll als JFG SR/BOG unter der Leitung des FSV/VfB die Möglichkeit nutzen, als führender Verein in Straubing höhere Klassen (Bezirksoberliga) anzustreben. Die Leitung und Betreuung der Mannschaften sind überzeugt, dies zu schaffen. Die Fusion wird vorbereitet, ein Vorschlag wurde im Frühjahr 2024 präsentiert, der dann von allen Mitgliedern beschlossen werden soll. Die Vorstandschaft ist da sehr optimistisch. Mich hat nur überrascht, dass der VfB in seiner zweiten Abstimmung zu 100 Prozent hinter dem Vorschlag steht, nachdem man ihn in der ersten zu 65 % abgelehnt hatte. Sicher ein Erfolg der guten Präsentation von Jürgen Brunner. Der Name FSV 1926 Straubing e.V. wird mit seiner Tradition nach der Fusion nicht mehr als eigenständiger Verein existieren.
Am 13.04.2024 hat der FSV Straubing 1926 e.V. aufgehört zu existieren.
In einer Mitgliederversammlung stimmten 90,1 % der anwesenden 42 stimmberechtigten Mitglieder für eine Verschmelzung mit dem VfB Straubing. Um die Spielklassen aufrecht zu erhalten (VfB in der Bezirksliga) schloss sich der gesamte Verein einschließlich des Vereinsvermögens und der Sportstätten in Straubing Süd übergangsweise dem VfB Straubing an. Nach einer kurzen Phase bis zum Saisonende ist man jetzt beim Mitglied VfB. Anschließend wird der fusionierte Verein FSV/VfB Straubing ins Vereinsregister aufgenommen. Vorstand des neuen Vereins wurde Jürgen Brunner, der ehemalige Vorstand des FSV Straubing.
Damit werden auch die Aufzeichnungen über den Straubinger Traditionsverein FSV Straubing 1926 e. V. geschlossen.
Förderverein FSV Sportplatzbau e.V.
Vereinsgeschichte im chronologischen Ablauf
- 23.07.1986 Die Mitglieder des FSV Straubing beschließen in der Jahreshauptversammlung, den Bau des eigenen Sportgeländes in Angriff zu nehmen und eine Planung zu erstellen. Auf Anregung von Stefan Stankowic gründet sich anschließend den Förderverein FSV Sportplatzbau. Die Vorstandschaft besteht aus folgenden Mitgliedern: Stefan Stankowic (1. Vorstand) Erwin Sommer (2. Vorstand), Monika Steiger (Organisationsleiterin), Wolfgang Pelka (Schatzmeister), Alfred Schweikl (Schriftführer), Henryk Schreder, Alfons Meißner (Beisitzer)
- 12.09.1987: Der Förderverein geht erstmals an die Öffentlichkeit und informiert mit einem Stand auf dem Stadtplatz über den geplanten Sportplatzbau in SR-Süd. Mit dem Verkauf der von unseren Damen selbst hergestellten FSV-Maus zum Preis von DM 5,- werden erste Einnahmen erzielt. Vorerst ist jedoch noch die Mitgliederwerbung Hauptaufgabe des Vereins.
- 19.09.1987: Unter der Schirmherrschaft vom bayerischen Umweltminister Alfred Dick findet das erste Stadtplatzfest statt. Gleichzeitig wird die erste Losbrief-Lotterie eröffnet. (Hauptgewinne: 1 Renault R 5, 1 Videokamera und 1 Farbfernsehgerät)
- 11.11.1987: Die Vermietung der Werbeflächen auf dem Spielankündigungsplakat wird vom Förderverein übernommen.
- 11.12.1987: Auf dem Christkindlmarkt wird der Hauptpreis der Losbrief-Lotterie, ein Renault R 5, an Xaver Begerl übergeben. Der Förderverein bietet erstmals Bausteine im Wert von DM 50,- zum Verkauf an.
- 08.07.1988: Jahreshauptversammlung mit Neuwahlen: Es scheidet ein Beisitzer, Alfons Meißner aus; dafür rückt Willi Palloch nach. Alle anderen Vorstandsmitglieder stellen sich erneut zur Verfügung und werden wiedergewählt.
- 10.09.1988: Unter der erneut glänzenden Organisation von Monika Steiger feiert der Förderverein sein 2. Stadtplatzfest mit Blumenversteigerung und Flohmarkt. Die Bausteinaktion läuft auf vollen Touren.
- 01.04.1989: Auf dem Stadtplatz startet die 2. Losbrief-Lotterie, Hauptpreis diesmal ein Honda Prelude im Wert von DM 30 000,-, welche im Rahmen der Landesgartenschau abgehalten wird.
- 09.09.1989: Beim 3. Stadtplatzfest mit Bausteinaktion und Losbrief-Lotterie ist auch die C-Jugendmannschaft des FC Bayern München zu Gast. Es beginnt der Verkauf der Musikkassette „Blühendes Straubing“ von Hans Dersch zugunsten des Fördervereins FSV Sportplatzbau.
- 15.09.1990: Beim 4. und letzten Stadtplatzfest sorgt Moderator Charly Sipmeier von Radio AWN pausenlos für musikalische Hochstimmung. Der Knüller ist die Verlosung einer 14-tägigen Reise nach Kenia, gestiftet vom Reisebüro Mitterer.
- 15.10.1989: Die Abschlussfeier der 2. Losbrief-Lotterie findet im „Autohaus Süd“ mit den OB-Kandidaten Fritz Geisperger und Hermann Ettengruber statt. Bei der Ziehung des Hauptgewinns, ein Honda Prelude, ist Frau Anna Graßl die glückliche Gewinnerin.
- 11.01.1991: Jahreshauptversammlung mit Neuwahlen: Henryk Schreder (1. Vorstand), Erwin Sommer (2. Vorstand), Alfred Schweikl (Organisationsleiter), Erni Maas (Schatzmeisterin), Willi und Lothar Palloch (Beisitzer).
- 17.08.1991: Zur Einweihung des Sportgeländes spielt die FSV-AH vor 1600 Zuschauern gegen die „Uwe Seeler-Traditionself“ mit ihren Stars wie der frisch gekürte Weltmeister Klaus Augenthaler, Klaus Fischer, Bernd Hölzenbein, Wolfgang Kleff, Gebrüder Förster, Klaus Toppmöller, Franz „Bulle“ Roth, Luggi Müller usw. Als Reporter fungierte Jochen Hageleit vom Westdeutschen Rundfunk.
- 19.03.1993: Jahreshauptversammlung mit Neuwahlen: Anstatt Beisitzer Lothar Palloch rückt Willi Höchbauer nach. Ansonsten bleibt die Vorstandschaft unverändert. Der Förderverein beschließt, am Sportgelände Werbebanden aufzustellen.
- 20.05.1993: Beim 1. Super-Daddy-Wettbewerb am Vatertag geht Martin Walchshäusl als Sieger hervor. 2. Sieger ein Jahr später wird Karl Vornehm.
- 12.09.1993: Ca. 100 m laufende Werbeflächen sind aufgestellt und vermietet.
- 19.11.1994: Die Mitgliederversammlung beschließt die Auflösung des Fördervereins FSV Sportplatzbau e.V.
Der Förderverein trug mit seinen Aktionen, innerhalb von nur 9 Jahren zu knapp über 100 000,- DM für die Errichtung der Sportanlage des FSV Straubing bei, die insgesamt knapp über 1 Million DM kostete.
Am 27.03.1995 löschte das Amtsgericht Straubing den Förderverein Sportplatzbau e.V. im Vereinsregister.
Lothar Palloch
November 2020