Wenn eine Mannschaft pünktlich zum Spiel aufläuft, der Platz vorbereitet ist, der Schiedsrichter Bescheid weiß, die Kabine geöffnet ist und der Spielbericht funktioniert, wirkt alles selbstverständlich.
Ist es aber nicht.
Denn hinter einem funktionierenden Fußballverein läuft jeden Tag eine Vielzahl an Aufgaben, die man auf dem Platz kaum sieht.
Und genau um diese Arbeit geht es in Teil 3 unserer Serie „So funktioniert unser Verein“.
Vieles passiert lange vor dem Anpfiff
Ein Spiel beginnt nicht erst mit dem Einlaufen der Mannschaften.
Vorher müssen Termine abgestimmt, Spielstätten geplant und bei Bedarf Spiele verlegt werden. Schiedsrichter, Gegner und Verband müssen informiert sein. Mannschaften brauchen Kabinen. Plätze müssen vorbereitet werden. Spielberechtigungen müssen stimmen.
Dazu kommen Mitgliederdaten, Passwesen, Trainingszeiten, Platzbelegungen und viele organisatorische Rückfragen.
Wenn alles funktioniert, fällt davon kaum etwas auf.
Wenn eine Kleinigkeit nicht funktioniert, merkt es plötzlich jeder.
Vereinsarbeit bedeutet Organisation
Ein moderner Fußballverein besteht längst nicht nur aus Spielern und Trainern.
Im Hintergrund laufen parallel viele Bereiche:
- Spielbetrieb
- Passwesen
- Mitgliederverwaltung
- Finanzen
- Trainingsplatzplanung
- Spielstättenorganisation
- Kommunikation mit Verband und Stadt
- Schiedsrichterorganisation
- Platzpflege
- Gebäudetechnik
- Material
- Kasse und Ordnerdienste
- Veranstaltungen
- Sponsorenbetreuung
- Öffentlichkeitsarbeit
All diese Aufgaben müssen Woche für Woche erledigt werden.
Oft von denselben Menschen, die daneben ganz normal ihrem Beruf und ihrem Familienleben nachgehen.
Ein einzelner Verantwortungsbereich kann hunderte Stunden verschlingen
Wie groß diese Arbeit werden kann, zeigt bereits der Bereich Sportorganisation.
Kaderplanung, Spielbetrieb, Passwesen, Platzplanung, Kommunikation mit Verband, Stadt, Schiedsrichtern und Trainern sowie laufende Problemlösungen können allein in einem Jahr einen Aufwand von ungefähr 800 bis 1.100 Stunden erreichen.
Das entspricht im Schnitt weit mehr als 15 Stunden pro Woche.
Und dabei sprechen wir nur über einen einzigen Bereich innerhalb des Vereins.
Genau hier wird sichtbar, warum ein Verein dieser Größenordnung nur funktioniert, wenn Verantwortung auf viele Schultern verteilt wird.
Die kleinen Aufgaben sind oft die entscheidenden
Nicht jede Tätigkeit dauert mehrere Stunden.
Manchmal sind es nur fünf Minuten.
Ein Schlüssel muss übergeben werden.
Eine Rechnung geprüft werden.
Ein Spieler nachgemeldet werden.
Ein Heimspiel muss kurzfristig verschoben werden.
Ein Schiedsrichter hat eine Rückfrage.
Ein Platz ist gesperrt.
Ein Trainingsplan muss geändert werden.
Eine Mannschaft braucht Material.
Eine Nachricht muss an zehn Personen weitergegeben werden.
Jede einzelne Aufgabe wirkt klein.
In der Summe entstehen daraus aber hunderte und tausende Stunden.
Platzpflege beginnt nicht fünf Minuten vor dem Spiel
Auch unsere Sportanlagen funktionieren nicht von allein.
Rasen, Linien, Tore, Kabinen, Technik und Außenbereiche müssen gepflegt und vorbereitet werden.
Gerade bei mehreren Mannschaften und verschiedenen Spielstätten entsteht daraus Woche für Woche ein erheblicher Aufwand.
Und vieles davon passiert zu Zeiten, in denen kaum jemand zusieht.
Früh am Morgen.
Unter der Woche.
Oder wenn der Rest längst wieder zuhause ist.
Spieltage brauchen viele Hände
Auch am Heimspieltag selbst beginnt die Arbeit lange vor dem Anpfiff.
Kasse vorbereiten.
Verkauf organisieren.
Getränke bereitstellen.
Ordner einteilen.
Kabinen öffnen.
Technik prüfen.
Platz herrichten.
Und nach dem Spiel?
Ist die Arbeit noch nicht vorbei.
Aufräumen, abrechnen, reinigen und vorbereiten für den nächsten Termin gehören genauso dazu.
Die Zuschauer sehen zwei Mannschaften auf dem Platz.
Der Verein braucht dafür im Hintergrund ein ganzes Team.
Wenn alles funktioniert, bleibt die Arbeit unsichtbar
Das ist vielleicht die Besonderheit vieler ehrenamtlicher Aufgaben:
Je besser sie erledigt werden, desto weniger fallen sie auf.
Niemand applaudiert dafür, dass eine Spielberechtigung rechtzeitig vorliegt.
Kaum jemand bemerkt, dass ein Spiel kurzfristig verlegt und trotzdem alles organisiert wurde.
Und selten denkt jemand darüber nach, wer morgens den Platz vorbereitet hat.
Trotzdem sind genau diese Dinge die Grundlage dafür, dass Fußball stattfinden kann.
Ein großes Dankeschön an alle hinter den Kulissen
Deshalb möchten wir in diesem Teil ganz bewusst den Menschen danken, die man nicht jedes Wochenende auf einem Mannschaftsfoto sieht.
Den Organisatoren.
Den Menschen in Verwaltung und Finanzen.
Den Platzhelfern.
Den Spieltagshelfern.
Denjenigen, die Material, Technik und Gebäude betreuen.
Und allen, die irgendwo anrufen, schreiben, organisieren oder kurzfristig einspringen.
Ihr sorgt dafür, dass andere Fußball spielen können.
12.000 Stunden bestehen aus tausenden kleinen Aufgaben
Im ersten Teil unserer Serie haben wir gezeigt, dass in einem Verein unserer Größenordnung schätzungsweise rund 12.000 ehrenamtliche Arbeitsstunden pro Jahr zusammenkommen.
Im zweiten Teil ging es um Trainer und Mannschaften.
Heute zeigt sich:
Ein erheblicher Teil dieser Stunden findet dort statt, wo ihn kaum jemand sieht.
Hinter dem Platz.
Im Büro.
Am Telefon.
Auf dem Vereinsgelände.
Und oft einfach irgendwo zwischen Beruf, Familie und dem nächsten Spieltag.
Ohne diese Arbeit würde kein Ball rollen.
