100 Jahre Vereinsgeschichte.
100 Jahre Fußball.
100 Jahre Mannschaften, Spiele, Siege, Niederlagen, Feste, Freundschaften und Erinnerungen.
Doch hinter diesen 100 Jahren steckt vor allem eines:
100 Jahre ehrenamtliches Engagement.
In den vergangenen fünf Teilen unserer Serie „So funktioniert unser Verein“ haben wir gezeigt, wie viel Arbeit notwendig ist, damit ein Verein unserer Größenordnung überhaupt funktionieren kann.
Wir haben über Trainer gesprochen.
Über die Menschen hinter den Kulissen.
Über Organisation, Plätze und Spieltage.
Über digitale Vereinsarbeit.
Und zuletzt über diejenigen, die all diese Stunden leisten.
Zum Abschluss unserer Serie möchten wir deshalb nicht zurückblicken.
Sondern nach vorne.
100 Jahre Geschichte sind kein Selbstläufer
Dass ein Verein ein Jahrhundert besteht, ist keine Selbstverständlichkeit.
Keine Satzung, kein Vereinsheim und kein Fußballplatz allein halten einen Verein am Leben.
Es sind Menschen.
Menschen, die irgendwann gesagt haben:
„Ich übernehme das.“
Ein Trainer übernimmt eine Mannschaft.
Jemand kümmert sich um einen Platz.
Ein anderer organisiert ein Fest.
Jemand übernimmt Verantwortung in der Vorstandschaft.
Eltern helfen bei Veranstaltungen.
Andere betreuen Sponsoren, Mannschaften oder Vereinsmedien.
Und manchmal hilft jemand einfach für zwei Stunden, weil gerade Unterstützung gebraucht wird.
So entsteht Vereinsgeschichte.
Nicht auf einmal.
Sondern Stunde für Stunde.
Rund 12.000 Stunden – jedes Jahr aufs Neue
Unsere Hochrechnung hat gezeigt:
In einem Verein unserer Größenordnung können jährlich ungefähr 10.000 bis 14.000 ehrenamtliche Arbeitsstunden notwendig sein.
Ein realistischer Mittelwert liegt bei rund:
12.000 Stunden im Jahr.
Doch diese Zahl hat noch eine zweite Bedeutung.
Diese 12.000 Stunden müssen nicht nur dieses Jahr geleistet werden.
Sondern auch nächstes Jahr.
Und übernächstes.
Denn Mannschaften wollen weiterhin trainieren.
Spiele müssen organisiert werden.
Plätze müssen gepflegt werden.
Veranstaltungen sollen stattfinden.
Mitglieder brauchen Ansprechpartner.
Partner wollen betreut werden.
Und Vereinsleben soll sichtbar bleiben.
Die eigentliche Herausforderung für die Zukunft lautet deshalb nicht:
Wie schaffen wir noch mehr?
Sondern:
Wie verteilen wir das, was notwendig ist, auf genügend Schultern?
Ehrenamt darf nicht von wenigen Menschen abhängen
In fast jedem Verein gibt es Menschen, die sehr viel übernehmen.
Das ist wertvoll.
Aber genau darin liegt langfristig auch ein Risiko.
Wenn wichtige Aufgaben dauerhaft an zwei, drei oder vier Personen hängen, wird aus Engagement irgendwann Belastung.
Und wenn einer dieser Menschen aufhört, entsteht plötzlich eine große Lücke.
Nachhaltiges Ehrenamt bedeutet deshalb nicht, dass einige wenige immer noch mehr übernehmen.
Es bedeutet, Aufgaben kleiner zu machen und Verantwortung zu verteilen.
Niemand muss 15 Stunden pro Woche investieren
Vielleicht entsteht beim Thema Ehrenamt manchmal der falsche Eindruck: „Dafür habe ich keine Zeit.“
Das können wir verstehen.
Denn kaum jemand kann neben Familie und Beruf noch eine zweite halbe Arbeitsstelle im Verein übernehmen.
Aber genau darum geht es nicht.
Ehrenamt kann auch heißen:
- einmal bei einer Veranstaltung helfen,
- zwei Stunden an der Kasse übernehmen,
- bei einem Heimspiel unterstützen,
- Fotos machen,
- bei einer Mannschaft mithelfen,
- Fahrten übernehmen,
- bei Aufbau oder Abbau dabei sein,
- einen organisatorischen Bereich unterstützen,
- oder eine kleine feste Aufgabe übernehmen.
Wenn zehn Menschen jeweils zwei Stunden helfen, sind das bereits 20 Stunden, die nicht an einer einzigen Person hängen.
Genau so kann Ehrenamt auch in Zukunft funktionieren.
Neue Aufgaben brauchen neue Formen des Ehrenamts
Vereinsarbeit verändert sich.
Manche klassischen Aufgaben bleiben.
Trainer werden weiterhin gebraucht.
Plätze müssen gepflegt werden.
Spiele müssen organisiert werden.
Doch neue Aufgaben kommen hinzu.
Website.
Social Media.
Video.
Datenschutz.
IT.
Sponsoring.
Veranstaltungsorganisation.
Mitgliederkommunikation.
Ein moderner Verein braucht heute andere Fähigkeiten als noch vor 20 oder 30 Jahren.
Und genau darin liegt auch eine große Chance.
Denn nicht jeder muss Fußballtrainer werden, um Teil des Vereins zu sein.
Vielleicht kann jemand fotografieren.
Vielleicht arbeitet jemand gerne mit Zahlen.
Vielleicht kennt sich jemand mit Social Media aus.
Vielleicht kann jemand organisieren.
Vielleicht möchte jemand zwei Heimspiele im Jahr helfen.
Auch das ist Vereinsarbeit.
Ehrenamt muss zu den Menschen passen
Vielleicht ist das eine der wichtigsten Aufgaben für die kommenden Jahre:
Nicht mehr nur zu fragen: „Wer übernimmt dieses Amt?“
Sondern: „Was kannst und möchtest du beitragen?“
Denn Menschen engagieren sich heute anders.
Nicht jeder möchte sich sofort für drei Jahre an eine Funktion binden.
Viele wären aber durchaus bereit, eine überschaubare Aufgabe zu übernehmen.
Genau solche Möglichkeiten müssen Vereine schaffen.
Kleine Aufgaben.
Klare Zuständigkeiten.
Überschaubarer Zeitaufwand.
Und vor allem:
Wertschätzung.
Die nächsten 100 Jahre beginnen jetzt
Unser Jubiläum erinnert uns daran, was Generationen vor uns aufgebaut und erhalten haben.
Darauf dürfen wir stolz sein.
Aber Tradition bedeutet nicht nur, zurückzuschauen.
Tradition bedeutet auch, etwas weiterzugeben.
Die nächste Generation unserer Spieler soll ebenfalls einen Verein erleben, in dem Mannschaften trainieren können, Veranstaltungen stattfinden und Gemeinschaft gelebt wird.
Dafür braucht es auch in Zukunft Menschen, die bereit sind, ein kleines Stück Verantwortung zu übernehmen.
Nicht jeder muss alles machen.
Aber jeder Beitrag hilft.
Danke für die Vergangenheit – und Mut für die Zukunft
Zum Abschluss unserer Serie möchten wir deshalb noch einmal Danke sagen.
An alle, die unseren Verein heute tragen.
An diejenigen, die ihn in den vergangenen Jahrzehnten getragen haben.
Und an diejenigen, die vielleicht morgen sagen: „Da kann ich helfen.“
100 Jahre Vereinsgeschichte liegen hinter uns.
Wie die nächsten 100 Jahre aussehen, wissen wir nicht.
Eines wissen wir aber ganz sicher:
Sie werden wieder von Menschen geschrieben.
Von Trainern.
Von Helfern.
Von Ehrenamtlichen.
Von Mitgliedern.
Von Eltern.
Von Freunden unseres Vereins.
Von Menschen, die bereit sind, Zeit zu schenken.
Denn Ehrenamt hat Vergangenheit.
Ehrenamt hat Gegenwart.
Und Ehrenamt braucht Zukunft.
