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Aus 0:2 wird 3:2: FSV VfB dreht verrückte Schlussphase gegen Walkertshofen

Simon Hack gibt das Startsignal – Imran Krasniqi gleicht aus – Max Plendl sorgt in der Nachspielzeit für das Happy End

Was für ein Finish am Peterswöhrd! Lange Zeit sah es am Freitagabend überhaupt nicht nach einem erfolgreichen Heimspiel für den FSV VfB Straubing aus. Gegen den FC Walkertshofen lag die Mannschaft von Trainer Franz Koller nach zwei Treffern von Christian Brandl bereits mit 0:2 zurück. Noch zehn Minuten vor dem Ende hatte dieser Spielstand Bestand.

Dann folgte eine Schlussphase, die den rund 135 Zuschauern noch länger in Erinnerung bleiben dürfte: Simon Hack (80.), Imran Krasniqi (87.) und Max Plendl (90.+1) drehten die Partie innerhalb weniger Minuten komplett und machten aus einem 0:2 einen kaum noch für möglich gehaltenen 3:2-Heimsieg.

Starker Beginn – aber Walkertshofen trifft

Dabei starteten die Straubinger unter der sehr guten Leitung von Schiedsrichter Simon Küblböck sowie seinen Assistenten Tobias Hammermüller und Jakob Graml zunächst ordentlich in die Begegnung.

Bereits in der siebten Minute lag die Führung in der Luft. Imran Krasniqi setzte sich über links durch und brachte den Ball flach an den langen Pfosten. Florian Folger kam zwei Meter vor dem leeren Tor an den Ball, brachte ihn aber nicht über die Linie.

Auch Besmir Arifaj und Krasniqi scheiterten anschließend mit ihren Abschlüssen an Gästetorwart Nico Schultais.

Walkertshofen benötigte dagegen kaum Anlaufzeit. Mit dem ersten gefährlichen Vorstoß kam der Ball zu Christian Brandl, der von der Strafraumgrenze sehenswert zum überraschenden 0:1 in der 16. Minute traf.

Der Treffer zeigte Wirkung. Der zuvor vorhandene Spielfluss der Hausherren ging verloren, der Ballbesitz brachte kaum noch Raumgewinn und technische Fehler schlichen sich ein.

Und die Gäste zeigten sich eiskalt: Mit ihrem zweiten Torschuss traf erneut Christian Brandl (23.) – plötzlich stand es 0:2.

Junge Kräfte bringen neuen Schwung

Franz Koller reagierte. Noch vor beziehungsweise kurz nach der Halbzeit kamen mit Simon Hack, Nico Tavcar, Rayan Farjallah und später Max Plendl junge Spieler in die Partie.

Die Wechsel sollten sich auszahlen.

Straubing versuchte zunehmend, wieder Druck aufzubauen. Florian Folger, Rayan Farjallah und Imran Krasniqi hatten erste Möglichkeiten, doch lange fehlte der entscheidende Treffer.

Bis zur 80. Minute.

Nach einem Eckball von links behauptete Tom Liebherr den Ball geschickt im Strafraum und legte mit dem Rücken zum Tor auf Simon Hack zurück. Der Youngster zog aus rund 14 Metern ab und setzte den Ball unhaltbar zum 1:2 ins Netz.

Und plötzlich war das Spiel ein anderes.

Zehn Minuten, die alles verändern

Der Anschlusstreffer wirkte wie ein Dosenöffner. Die Laufwege passten wieder, die Kombinationen wurden zielstrebiger und der FSV VfB war auf einmal mit voller Überzeugung da.

Imran Krasniqi hätte nach einem starken Solo bereits ausgleichen können, setzte seinen Abschluss aber noch über die Latte.

In der 87. Minute machte er es besser: Ein Schuss von Tom Liebherr wurde zunächst geblockt. Der Abpraller landete bei Krasniqi, der den Ball volley zum 2:2 im Tor unterbrachte.

Jetzt wollte Straubing mehr.

Walkertshofen wirkte zunehmend erschöpft und musste zudem zwei verletzungsbedingte Wechsel verkraften. Der FSV VfB drängte dagegen auf die komplette Wende.

Max Plendl lässt den Peterswöhrd jubeln

Die Nachspielzeit hatte gerade begonnen, als Florian Folger auf der rechten Seite noch einmal energisch nach vorne zog. Im Strafraum kam der Ball zu Rayan Farjallah, dessen flache Hereingabe quer durch den Strafraum lief.

Am langen Pfosten kam Max Plendl herangerauscht und beförderte den Ball mit der Zehenspitze über den linken Innenpfosten ins Netz.

3:2 in der 90.+1 Minute!

Der Peterswöhrd jubelte – aus einem scheinbar verlorenen Spiel war innerhalb von gut zehn Minuten ein Heimsieg geworden.

Ein letzter Freistoß von Christian Brandl in der 94. Minute ging über das Straubinger Tor. Danach war Schluss.

Franz Koller: „Von der Dramatik her kaum zu überbieten“

Trainer Franz Koller ordnete die außergewöhnliche Partie anschließend ein: „Die Zuschauer sahen ein sehr wildes Spiel, welches von der Dramatik her kaum zu überbieten war. Wir sind gut gestartet, haben viel Ballbesitz und nutzen wieder einmal unsere Großchancen nicht. Die Gäste gehen dagegen mit ihren ersten beiden Torschüssen im Spiel mit 2:0 in Führung. Diese Gegentreffer haben uns den Stecker gezogen.“

Entscheidend war für Koller anschließend auch der Einfluss der eingewechselten jungen Spieler: „Erst durch die Einwechslung von unseren drei Youngstern drehte sich das Spiel letztlich noch in der Schlussphase in unsere Richtung. Vor allem nach dem erlösenden 1:2-Anschlusstreffer ging ein sichtbarer Ruck durch unser Team.“

Bei aller Freude blieb der Trainer in seiner Bewertung realistisch: „Logo – es war ein glücklicher Sieg. Aber aufgrund unserer langen Ballbesitzphasen und einigen Großchancen war es letztlich auch ein nicht unverdienter Sieg.“

Nächster Versuch beim Tabellenführer

Nach diesem spektakulären Heimsieg wartet nun eine ganz andere Herausforderung. Am Samstag, 3. Oktober, um 14:00 Uhr gastiert der FSV VfB Straubing beim aktuellen Tabellenführer FSV Landau.

Dort unternimmt die Koller-Elf den nächsten Anlauf auf den ersten Auswärtssieg der Saison.

Nach einem Spiel wie diesem dürfte zumindest eines klar sein: Diese Mannschaft gibt sich auch dann nicht geschlagen, wenn eine Partie beinahe schon verloren scheint.

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Die Spieldaten

FSV VfB Straubing – FC Walkertshofen 3:2 (0:2)

Tore:
0:1 Christian Brandl (16.)
0:2 Christian Brandl (23.)
1:2 Simon Hack (80.)
2:2 Imran Krasniqi (87.)
3:2 Max Plendl (90.+1)

FSV VfB Straubing: Kaan Gülcü, Julian Weber, Arian Ramadani, Tom Liebherr, Lorik Ajeti (36. Nico Tavcar), Felix Jobst, Valentin Kainz (76. Rayan Farjallah), Leon Jedlicka (36. Simon Hack), Florian Folger, Besmir Arifaj (59. Max Plendl), Imran Krasniqi

FC Walkertshofen: Nico Schultais, Moritz Seemann, Christopher Börner, Kilian Eicheldinger, Thomas Rußwurm (68. Andreas Fiedler), Felix Maier, Sebastian Linseisen, Daniel Thoma, Alexander Langwieser, Christian Brandl, Sebastian Zettl (46. Matthias Zieglmaier)

Schiedsrichter: Simon Küblböck (Untergriesbach)
Assistenten: Tobias Hammermüller, Jakob Graml
Zuschauer: 135

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