Ein individueller Fehler entscheidet das Toto-Pokal-Viertelfinale: Der FSV VfB Straubing unterliegt dem FC Künzing mit 0:1 und verpasst trotz einer Vielzahl hochkarätiger Torchancen den Einzug ins Halbfinale. Besonders nach dem Seitenwechsel waren die Straubinger die spielbestimmende Mannschaft – doch gleich dreimal stand das Aluminium einem Torerfolg im Weg.
Vorsichtiger Beginn – Straubing übernimmt die Kontrolle
Beide Mannschaften mussten im Viertelfinale des Toto-Pokals auf mehrere Stammkräfte verzichten. Entsprechend veränderte Aufstellungen prägten die Anfangsphase. Sowohl der FSV VfB Straubing als auch der FC Künzing agierten zunächst kontrolliert und waren in erster Linie auf Ballsicherheit bedacht.
Mit zunehmender Spieldauer übernahm jedoch die Mannschaft von Trainer Franz Koller das Kommando. Nach rund einer Viertelstunde bot sich die erste große Gelegenheit zur Führung.
Simon Hack setzte Max Plendl auf der rechten Seite geschickt in Szene. Dessen Abschluss aus dem Strafraum konnte der Künzinger Schlussmann Simon Zitzlsperger mit einer starken Parade entschärfen. Den anschließenden Abpraller setzte Hack aus rund zehn Metern am nahezu leeren Tor vorbei.
Ein folgenschwerer Fehler bringt Künzing in Führung
Obwohl die Straubinger zunehmend das Spielgeschehen kontrollierten, gingen die Gäste in der 32. Minute überraschend in Führung.
Ein kapitaler Fehlpass im eigenen Strafraum brachte Daniel Schmalzl in eine ausgezeichnete Abschlussposition. Der Künzinger ließ sich diese Gelegenheit nicht entgehen und verwandelte freistehend vor Torhüter Kaan Gülcü zum 0:1.
Ein Gegentreffer, der aus Straubinger Sicht besonders ärgerlich war, da er nicht aus einer herausgespielten Offensivaktion der Gäste, sondern aus einem eigenen Fehler resultierte.
Chancen im Dutzend – aber kein Torerfolg
Nach dem Seitenwechsel zeigte sich der FSV VfB Straubing deutlich entschlossener. Trainer Franz Koller hatte in der Halbzeitpause offenbar die richtigen Worte gefunden.
Die Gastgeber erhöhten das Tempo, setzten die Künzinger Defensive unter Druck und schnürten den Gegner über weite Strecken in dessen eigener Hälfte ein.
Was folgte, war ein regelrechtes Chancenfestival. Rund ein Dutzend Möglichkeiten erspielten sich die Straubinger im zweiten Durchgang. Doch entweder fehlte beim Abschluss die nötige Konsequenz, der Künzinger Schlussmann war zur Stelle oder das Aluminium verhinderte den Ausgleich.
Gleich zweimal landete der Ball an der Latte, ein weiterer Abschluss am Pfosten.
Der FC Künzing konzentrierte sich zunehmend auf die Defensive und versuchte, mit vereinzelten Kontern für Entlastung zu sorgen. Eine der wenigen gefährlichen Aktionen hatte Jakob Schönhofer, der FSV-VfB-Torhüter Kaan Gülcü mit einem strammen Schuss aus kurzer Distanz prüfte.
Trotz aller Bemühungen gelang den Hausherren kein Treffer mehr. So blieb es beim knappen und aus Sicht der Gäste durchaus glücklichen 0:1-Erfolg.
Franz Koller: „Das Ausscheiden ist ärgerlich“
FSV-VfB-Trainer Franz Koller zeigte sich nach der Begegnung enttäuscht über das Ergebnis, konnte der Leistung seiner Mannschaft aber auch positive Aspekte abgewinnen: „Trotz der vielen Ausfälle haben wir eine ordentliche Partie abgeliefert. Wir haben uns leider durch einen brutalen individuellen Fehler in der Abwehr mit dem Gegentor selbst bestraft und haben selbst trotz sehr vieler hochkarätiger Chancen kein Tor gemacht. Das Ausscheiden ist ärgerlich. Wir nehmen es aber als gute Trainingseinheit in Wettkampfform, vor allem für die Spieler mit wenig Spielpraxis, gerne mit.“
Der Blick richtet sich auf den Vorrundenabschluss in Neustadt
Viel Zeit zum Nachdenken bleibt den Straubingern nicht. Bereits am Samstag um 14 Uhr steht beim TSV Neustadt an der Donau das letzte Spiel der Hinrunde auf dem Programm.
Der Aufsteiger verfügt mit Torjäger Megim Dumani über einen gefährlichen Offensivspieler und wird den FSV VfB erneut vor eine anspruchsvolle Aufgabe stellen.
Nach dem ersten Auswärtserfolg der Saison in Landau an der Isar möchte die Mannschaft von Franz Koller nun auch in Neustadt drei Punkte einfahren und den aktuellen Tabellenplatz festigen.
Personell bleibt die Situation allerdings angespannt, da weiterhin mehrere Spieler verletzungs- oder krankheitsbedingt fehlen beziehungsweise fraglich sind.
Spieldaten auf einen Blick
| Wettbewerb | Toto-Pokal, Viertelfinale |
| Begegnung | FSV VfB Straubing – FC Künzing |
| Endstand | 0:1 (0:1) |
| Torschütze | Daniel Schmalzl (32.) |
| Schiedsrichter | Gabriel Rau |
| Trainer FSV VfB | Franz Koller |
Fazit: Das Pokal-Aus ist bitter, doch insbesondere die engagierte zweite Halbzeit zeigt, dass die Mannschaft auch mit personellen Ausfällen spielerisch überzeugen kann. Entscheidend wird sein, die vorhandenen Torchancen künftig konsequenter zu nutzen.