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Was für eine Moral! Herren² drehen 0:3 und gewinnen Spitzenspiel mit 4:3!

FSV VfB Straubing II zeigt in Oberalteich eine unglaubliche Willensleistung – Plendl und Przybyl drehen eine schon verloren geglaubte Partie

Das sind die Spiele, über die man noch lange spricht!

Die zweite Herrenmannschaft des FSV VfB Straubing hat am Sonntag beim TSV Oberalteich ein echtes Fußball-Drama für sich entschieden. Im Spitzenspiel der A-Klasse lag die Mannschaft von Trainer Robert Berger bereits mit 0:3 zurück – und verließ den Platz nach 90 nervenaufreibenden Minuten tatsächlich noch als 4:3-Sieger.

Drei Tore Rückstand. Auswärts beim direkten Konkurrenten. Eine erneut durchgewürfelte Mannschaft. Und trotzdem niemals aufgegeben.

Dieser Sieg war weit mehr als nur drei Punkte. Er war ein Statement für Mentalität, Zusammenhalt und den Glauben an die eigene Stärke.

Nach 38 Minuten scheint das Spitzenspiel fast entschieden

Die Ausgangslage versprach ohnehin Spannung. Oberalteich und Straubing II gehörten vor dem direkten Duell zur Spitzengruppe der Liga – entsprechend selbstbewusst wollte die Berger-Elf auftreten.

Doch daraus wurde zunächst überhaupt nichts.

Bereits in der 12. Minute brachte Timo Rosenmüller die Hausherren mit 1:0 in Führung. Nach einer halben Stunde erhöhte Kenfe Teame auf 2:0, ehe Edwin Herrler in der 38. Minute sogar das 3:0 für Oberalteich erzielte.

Innerhalb von nicht einmal 40 Minuten schien Straubing im Spitzenspiel auf die Verliererstraße geraten zu sein.

Trainer Robert Berger sprach anschließend von zwei unglücklichen Situationen seines Torhüters und davon, dass seine Mannschaft anschließend zunächst den Faden verlor und nicht zu ihrem eigentlichen Spiel fand.

0:3 – auswärts – gegen einen direkten Konkurrenten.

Viele Mannschaften brechen in einer solchen Situation auseinander.

Diese nicht.

Bartosz Przybyl gibt das erste Lebenszeichen

Noch vor der Halbzeit kam die Reaktion.

Bartosz Przybyl verkürzte in der 41. Minute auf 1:3 und sorgte damit dafür, dass plötzlich wieder etwas Hoffnung vorhanden war.

Es war zunächst „nur“ ein Anschlusstreffer.

Rückblickend war es aber der Moment, in dem diese Partie begann, ihre Richtung zu ändern.

Straubing ging mit dem Rückstand in die Kabine – und dort wurde offensichtlich der richtige Schalter umgelegt.

Nach der Pause steht eine andere Straubinger Mannschaft auf dem Platz

Für den zweiten Durchgang nahm sich die Mannschaft vor, deutlich aggressiver aufzutreten, mehr Fußball zu spielen und insbesondere über das Zentrum wieder stärker ins eigene Spiel zu finden.

Und genau das geschah.

Plötzlich war da eine andere Körpersprache. Mehr Entschlossenheit. Mehr Überzeugung. Mehr Druck.

Oberalteich, das sich nach der deutlichen Führung offenbar bereits sehr sicher gefühlt hatte, bekam zunehmend Probleme.

Eine berechtigte Rote Karte gegen die Gastgeber spielte Straubing zusätzlich in die Karten. Für Berger war die Situation eindeutig: ein hartes Einsteigen von hinten ohne Chance auf den Ball.

Doch die Überzahl allein erklärt nicht, was anschließend passierte.

Straubing wollte dieses Spiel plötzlich unbedingt.

Max Plendl macht aus Hoffnung wieder Glauben

Lange musste die Mannschaft auf den nächsten Treffer warten.

Dann kam Max Plendl.

In der 78. Minute erzielte er das 2:3.

Spätestens jetzt war das Spiel endgültig wieder offen.

Oberalteich wankte – Straubing glaubte.

Und dieser Glaube wurde immer stärker.

Zehn Minuten später war es erneut Max Plendl, der zuschlug.

88. Minute: 3:3!

Aus einem 0:3 war tatsächlich ein 3:3 geworden.

Was für ein Comeback!

Doch wer glaubte, dass sich die Straubinger nach dieser Aufholjagd mit einem Punkt zufriedengeben würden, hatte die Rechnung ohne diese Mannschaft gemacht.

90. Minute: Przybyl vollendet den Wahnsinn!

Straubing wollte mehr.

Und dann kam die 90. Minute.

Wieder Bartosz Przybyl.

Der Mann, der mit seinem Treffer zum 1:3 die Aufholjagd eingeleitet hatte, setzte nun den Schlusspunkt unter eine außergewöhnliche Partie.

3:4!

Der Rest war pure Emotion.

Jubel bei Spielern, Trainerteam und Straubinger Anhang. Nach einem 0:3-Rückstand hatte der FSV VfB Straubing II das Spitzenspiel tatsächlich noch komplett gedreht.

Vier Straubinger Tore. Vier Treffer nach einem Drei-Tore-Rückstand. Drei Punkte.

Und vor allem: eine Mannschaft, die eindrucksvoll gezeigt hat, was in ihr steckt.

Ein Sieg für den Kopf – und für die ganze Mannschaft

Trainer Robert Berger stellte nach der Partie deshalb weniger die taktischen Details als vielmehr die Mentalität seiner Mannschaft heraus.

Nach der schwachen ersten Halbzeit habe sein Team genau jene Reaktion gezeigt, die man sich von einer Spitzenmannschaft erhofft.

Der Trainer brachte die Bedeutung dieses Spiels auf den Punkt: „Für die Mentalität, für das Selbstvertrauen und für den Glauben an sich selber tut uns dieses Spiel natürlich super, super gut.“

Besonders wichtig war für Berger, dass seine Mannschaft auch nach dem hohen Rückstand weiter an die eigene Chance glaubte: „Wir hatten das Selbstverständnis und auch die zwingende Notwendigkeit, das Ganze für uns zu entscheiden. Darauf können wir aufbauen und darauf können wir stolz sein.“

Und genau das dürfte die vielleicht wichtigste Erkenntnis dieses Sonntags sein.

Vom 0:3 zum 4:3 – das ist Mentalität!

Natürlich muss aufgearbeitet werden, warum eine Mannschaft in einem Spitzenspiel überhaupt mit drei Toren in Rückstand gerät.

Aber mindestens genauso wichtig ist die Antwort darauf.

Und die lautete an diesem Nachmittag:

Nicht aufgeben. Nicht auseinanderfallen. Weitermachen. Zurückkommen. Gewinnen.

So entstehen Selbstvertrauen und Siegermentalität nicht auf dem Papier, sondern auf dem Fußballplatz.

Der FSV VfB Straubing II steht nach sechs absolvierten Partien bei fünf Siegen und einer Niederlage, hat 23 Treffer erzielt und 15 Punkte gesammelt.

Zur Tabellenführung reicht es aktuell aufgrund der Tordifferenz noch nicht ganz: Straßkirchen und Straubing II stehen punktgleich bei 15 Zählern, Straßkirchen liegt mit der besseren Tordifferenz knapp vorne.

Und damit könnte die nächste Aufgabe kaum besser passen.

Jetzt wartet Straßkirchen!

Nach dem spektakulären Sieg in Oberalteich wartet nun der nächste direkte Vergleich aus der Spitzengruppe.

FSV VfB Straubing II gegen Straßkirchen.

Punktgleich. Erster gegen Zweiter.

Nach diesem 4:3 weiß die Mannschaft von Robert Berger jedenfalls eines ganz genau:

Dieses Team ist erst geschlagen, wenn der Schiedsrichter abgepfiffen hat.

Und genau mit diesem Selbstverständnis darf die Reise weitergehen.

Die Tore

1:0 Timo Rosenmüller (12.)
2:0 Kenfe Teame (30.)
3:0 Edwin Herrler (38.)
3:1 Bartosz Przybyl (41.)
3:2 Max Plendl (78.)
3:3 Max Plendl (88.)
3:4 Bartosz Przybyl (94.)

Straubinger Torschützen

Bartosz Przybyl ⚽⚽
Max Plendl ⚽⚽

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