Historische Mannschaftsaufnahme des FSV Straubing aus den 1970er-Jahren auf dem Peterswöhrd Logo

100 Jahre FSV | Folge 6 | Jubiläen, Pokalfinale und neue Hoffnung auf dem Peterswöhrd

Rückblick auf Folge 5

In der vergangenen Folge haben wir erzählt, wie der FSV 1968 seine geliebte „Schwarze Erde“ verlor und gemeinsam mit dem VfB auf den Peterswöhrd umzog.

Der neue Standort sicherte zwar den Spielbetrieb, fühlte sich für viele FSVler aber nie wie die endgültige Heimat an. Gerade weil zahlreiche Mitglieder weiterhin im Straubinger Süden lebten, blieb der Wunsch nach einer eigenen Sportanlage dort bestehen.

Die 1970er-Jahre sollten nun zeigen, wie sehr der Verein trotz sportlicher Rückschläge von seiner Gemeinschaft getragen wurde.

Ein schwieriger Neubeginn auf dem Peterswöhrd

Nach dem Verlust der „Schwarzen Erde“ begann für den FSV ein neues Kapitel.

Die Sportanlage am Peterswöhrd wurde gemeinsam mit dem VfB Straubing genutzt. Sportlich war der Schwung früherer Jahrzehnte zunächst verloren gegangen, und der FSV musste sich in niedrigeren Spielklassen neu stabilisieren.

Doch gerade in dieser Phase zeigte sich erneut eine Eigenschaft, die sich durch die gesamte Vereinsgeschichte zieht:

Der FSV gab sich nicht auf.

Auch ohne eigene Sportanlage blieb der Zusammenhalt stark.

Die Mannschaften spielten weiter.

Funktionäre übernahmen Verantwortung.

Mitglieder blieben dem Verein treu.

Und der Traum von einer eigenen Heimat im Süden Straubings verschwand nie.

1971: 45 Jahre FSV

Bereits 1971 stand das nächste Vereinsjubiläum an.

Zum 45-jährigen Bestehen veranstaltete der FSV ein großes Jubiläumsturnier mit insgesamt 18 Mannschaften.

Sportlich befand sich die erste Mannschaft zu diesem Zeitpunkt in der B-Klasse.

Trotzdem gelang es den Verantwortlichen, den Verein als festen Bestandteil des Straubinger Fußballlebens zu präsentieren.

Gerade diese Feierlichkeiten machten deutlich:

Ein Verein wird nicht allein durch seine Spielklasse definiert.

Er wird durch seine Menschen getragen.

Wechsel an der Vereinsspitze

Die frühen 1970er-Jahre waren auch organisatorisch bewegt.

Nach Ferdinand Mühlbauer übernahm 1969 Willi Maas die Verantwortung.

1972 folgte Sepp Bogner, der den Verein durch mehrere sportlich schwierige Jahre führte.

Die Aufgabe war alles andere als einfach.

Der Verein musste sportlich stabilisiert werden.

Finanzen mussten im Blick behalten werden.

Und gleichzeitig durfte die langfristige Perspektive eines eigenen Sportgeländes nicht aus den Augen verloren werden.

Gerade in solchen Phasen zeigt sich, wie wichtig verlässliche Funktionäre für einen Verein sind.

1975: Der sensationelle Sieg gegen den TSV Straubing

Zu den besonderen sportlichen Erinnerungen der 1970er-Jahre gehört das Alburger Jubiläumsturnier 1975.

Dort traf der FSV auf den TSV Straubing, der damals als Bayernligist deutlich höherklassig spielte und entsprechend als klarer Favorit in die Begegnung ging.

Doch Fußball schreibt immer wieder seine eigenen Geschichten.

Unter Spielertrainer Helmut Sladek gelang dem FSV die große Überraschung.

Mit 3:1 wurde der höherklassige Nachbar besiegt.

Ein Ergebnis, das bis heute aus dieser Peterswöhrd-Zeit herausragt.

Gerade weil der FSV sportlich nicht mehr an die großen Nachkriegsjahre anknüpfen konnte, bekam dieser Erfolg besondere Bedeutung.

Er zeigte:

Auch in schwierigen Jahren war diese Mannschaft zu außergewöhnlichen Leistungen fähig.

1976: 50 Jahre FSV Straubing

Nur ein Jahr später wartete der nächste große Meilenstein.

Der FSV feierte 50 Jahre Vereinsgeschichte.

Mit einer großen Sportwoche, zahlreichen Fußballspielen und Festbetrieb wurde ein halbes Jahrhundert FSV gewürdigt.

Schirmherr der Jubiläumsveranstaltungen war der damalige BFV-Vizepräsident Josef Vogt.

Ein solches Jubiläum hatte damals bereits enorme Bedeutung.

Der Verein konnte auf fünf Jahrzehnte zurückblicken, in denen nahezu alles enthalten war:

Gründung.

Politische Umbrüche.

Krieg.

Wiederaufbau.

Große Jugendmannschaften.

Die „Schwarze Erde“.

Aufstiege.

Abstiege.

Und immer wieder Menschen, die den Verein weitergetragen hatten.

1977: Das große Pokaljahr

Der sportliche Höhepunkt der 1970er-Jahre folgte 1977.

Unter Spielertrainer Helmut Sladek kämpfte sich der FSV bis in das Endspiel um die niederbayerische Pokalmeisterschaft.

Und ausgerechnet dort wartete erneut der große Straubinger Nachbar.

Der FSV traf im Finale auf den damaligen Landesligisten TSV Straubing.

Die Mannschaft hielt mit großer Gegenwehr dagegen.

Am Ende musste sie sich mit 0:2 geschlagen geben.

Natürlich wäre der Titel schöner gewesen.

Doch der niederbayerische Pokal-Vizemeistertitel war trotzdem ein außergewöhnlicher Erfolg.

Für einen Verein, der in diesen Jahren sportlich immer wieder mit Rückschlägen kämpfen musste, war der Einzug ins Finale ein starkes Zeichen.

Bis heute gehört dieser Erfolg zu den großen sportlichen Leistungen der Vereinsgeschichte.

Nach dem Höhepunkt kommt die Krise

Doch gerade das Jahr 1977 zeigte auch, wie schnell sportlicher Erfolg und organisatorische Probleme nebeneinanderstehen können.

Noch im selben Jahr trat nahezu die gesamte Vorstandschaft zurück.

Gleichzeitig musste die erste Mannschaft erneut den Gang in die B-Klasse antreten.

Der Verein stand plötzlich vor einer ungewissen Zukunft.

In dieser schwierigen Phase erklärte sich Lothar Palloch bereit, Verantwortung zu übernehmen.

Seine Übernahme des Vorsitzes markierte den Beginn eines neuen Abschnitts.

Es war einer dieser Momente, in denen es nicht darum ging, eine schöne Aufgabe zu übernehmen.

Es ging darum, überhaupt jemanden zu finden, der bereit war, den Verein durch eine schwierige Zeit zu führen.

Die FSV-Familie wächst weiter

Trotz aller sportlichen Sorgen entwickelte sich das Vereinsleben positiv.

Ein besonderes Projekt war die Gründung einer Altherrenmannschaft.

Unter Jock Bogner entstand eine Gruppe ehemaliger Spieler, die auch nach ihrer aktiven Laufbahn eng mit dem Verein verbunden blieb. Später übernahm Walter Schröter die Leitung.

Gerade solche Mannschaften sind für einen Verein weit mehr als zusätzlicher Spielbetrieb.

Sie halten ehemalige Aktive in der Gemeinschaft.

Sie bewahren Freundschaften.

Und sie sorgen dafür, dass Vereinsleben nicht mit dem Ende einer aktiven Karriere aufhört.

Frauen und Familien werden immer wichtiger

Gleichzeitig wurden Frauen und Freundinnen der Spieler und Funktionäre immer stärker in das Vereinsleben eingebunden.

Was damals vielleicht selbstverständlich wirkte, sollte einige Jahre später von enormer Bedeutung werden.

Denn genau diese Familien und Helferinnen würden beim späteren Bau der eigenen Sportanlage eine entscheidende Rolle spielen.

In dieser Zeit überschritt die Mitgliederzahl die Marke von 450.

Das ist besonders bemerkenswert, wenn man bedenkt, dass die sportliche Entwicklung keineswegs nur nach oben zeigte.

Der Verein wuchs trotzdem.

Weil offenbar etwas anderes stark genug war:

die Gemeinschaft.

Der Peterswöhrd bleibt eine Zwischenstation

So wichtig der Peterswöhrd für den Fortbestand des Spielbetriebs war – als endgültige Heimat wurde er innerhalb des FSV nie empfunden.

Viele Mitglieder lebten weiterhin im Straubinger Süden.

Dort hatte die „Schwarze Erde“ gelegen.

Dort lagen die Wurzeln vieler Familien.

Und dorthin wollte der Verein langfristig zurück.

Noch gab es kein Grundstück.

Noch gab es keinen fertigen Plan.

Noch wusste niemand, wie dieser Traum finanziert werden sollte.

Aber die Idee lebte.

Und gerade diese Idee sollte die folgenden Jahre immer stärker bestimmen.

Ein Jahrzehnt der Beharrlichkeit

Wenn man auf die 1970er-Jahre zurückblickt, könnte man leicht nur die sportlichen Schwierigkeiten sehen.

Doch das würde diesem Jahrzehnt nicht gerecht.

Der FSV feierte sein 45- und sein 50-jähriges Bestehen.

Er besiegte den Bayernligisten TSV Straubing.

Er erreichte das niederbayerische Pokalfinale.

Er gründete eine Altherrenmannschaft.

Die Mitgliederzahl wuchs auf über 450.

Und nach einer schweren organisatorischen Krise fanden sich erneut Menschen, die Verantwortung übernahmen.

Vor allem aber blieb ein Wunsch bestehen:

Der FSV wollte wieder eine eigene Heimat im Straubinger Süden.

Noch war dieser Traum weit entfernt.

Doch langsam begann der Verein, die Voraussetzungen dafür zu schaffen.

In der nächsten Folge

Folge 7: Aufstieg, Vereinstreue und der Traum von der eigenen Heimat

Die 1980er-Jahre begannen für den FSV mit neuem sportlichen Schwung.

1981 gelang unter Trainer Erich Parzl der Wiederaufstieg in die A-Klasse. Gleichzeitig prägten außergewöhnliche Vereinstreue, wachsende Mitgliederzahlen und immer konkretere Überlegungen zu einer eigenen Sportanlage das Vereinsleben.

Und im Hintergrund wurde bereits gespart.

Jahr für Jahr.

Mark für Mark.

Bis 1986 schließlich eine Entscheidung fallen sollte, die den FSV dauerhaft verändern würde.

Nächsten Mittwoch erzählen wir, wie aus einem jahrzehntelangen Wunsch langsam ein konkreter Plan wurde.

Helmut Sladek zusammen mit Ferdinand Mühlbauer und Jock Bogner beim FSV Straubing

Spielertrainer Helmut Sladek gemeinsam mit Ferdinand Mühlbauer und Jock Bogner. Sladek prägte eine der sportlich interessantesten Phasen der 1970er-Jahre und führte den FSV 1977 bis ins niederbayerische Pokalfinale.

Historische Mannschaftsaufnahme des FSV Straubing aus den 1970er-Jahren auf dem Peterswöhrd

Eine historische FSV-Mannschaft aus der Peterswöhrd-Zeit. Die 1970er-Jahre waren geprägt von sportlichen Höhen und Tiefen, Jubiläen und einer starken Vereinsgemeinschaft.

Historische Aufnahme des FSV Straubing mit Trophäe und Vereinsabend aus den 1970er-Jahren

Eine historische Aufnahme aus dem FSV-Vereinsleben mit Trophäe und Feiercharakter. Das Bild passt sehr gut zur erfolgreichen und emotionalen Phase rund um das Pokaljahr 1977, auch wenn die genaue Zuordnung des Anlasses in der PowerPoint nicht eindeutig beschriftet ist.

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