Fußballgeschichte am Peterswöhrd – Eine Chronik großer Zeiten, sportlicher Erfolge und neuer Anfänge
Über 100 Jahre Fußballgeschichte in Straubing – vom 1. FC und TSV Straubing über den VfB 1962 bis zum heutigen FSV VfB Straubing.
Der Fußball am Straubinger Peterswöhrd hat eine außergewöhnliche Geschichte. Hier wurde gejubelt, gekämpft, gefeiert und manchmal auch bitter enttäuscht. Hier erlebte Straubing Fußball auf überregionalem Spitzenniveau. Und hier entwickelte sich über viele Jahrzehnte eine Sportstätte, die für Generationen von Fußballern und Anhängern zu einem Stück Heimat geworden ist.
Die Geschichte des Stadions ist eng mit verschiedenen Straubinger Vereinen verbunden. Besonders der 1. FC Straubing, der spätere TSV Straubing und der 1962 gegründete VfB Straubing haben die Entwicklung des Fußballs in der Stadt geprägt.
1921 – Der Beginn einer großen Fußballgeschichte
Am 12. August 1921 wurde der 1. FC Straubing gegründet.
Der organisierte Fußball hatte damit in Straubing eine wichtige Heimat gefunden. In den folgenden Jahren entwickelte sich der Verein zu einer festen Größe im bayerischen Fußball.
Bereits in den späten 1930er-Jahren klopften die Straubinger an die Tür zur höchsten deutschen Spielklasse.
In den Spielzeiten 1938/39 und 1939/40 nahm die Mannschaft an den Aufstiegsrunden zur Gauliga Bayern teil. Der Sprung in die oberste Spielklasse gelang allerdings noch nicht.
Erst während der kriegsbedingten Neuordnung der Gauligen wurde Straubing 1944 der Gauliga Oberpfalz-Niederbayern zugeteilt. Zu einem regulären Spielbetrieb kam es dort jedoch nicht mehr.
Der Zweite Weltkrieg unterbrach eine sportliche Entwicklung, die bereits damals großes Potenzial erkennen ließ.
1945 bis 1950 – Neubeginn und Aufstieg
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs begann für den Straubinger Fußball ein neues Kapitel.
Der 1. FC Straubing schloss sich mit dem TV Jahn 1861 zum TSV Straubing zusammen.
Sportlich ging es rasch wieder aufwärts. Bereits 1946 spielte der TSV in der zweitklassigen Amateurliga Südbayern.
1948 gelang die Qualifikation für die eingleisige Amateurliga Bayern. Dort trafen die Straubinger auf namhafte Gegner wie die SpVgg Fürth, den FC Wacker München und den 1. FC Bamberg.
In der Saison 1948/49 erreichte die Mannschaft einen beachtlichen siebten Tabellenplatz.
Den nächsten großen Schritt machte der TSV in der Spielzeit 1949/50.
Mit dem dritten Tabellenplatz sicherten sich die Straubinger die Qualifikation für die neu geschaffene II. Division Süd.
Straubing gehörte damit ab 1950 zu den Vereinen der zweithöchsten deutschen Fußballklasse.
1950 bis 1961 – Die goldenen Jahre des TSV Straubing
Elf Jahre lang spielte der TSV Straubing ununterbrochen in der II. Division Süd.
Es war eine außergewöhnliche Zeit für den Fußball in der Gäubodenstadt.
Regelmäßig gastierten renommierte Vereine in Straubing. Die Begegnungen lockten Fußballbegeisterte aus der Stadt und dem Umland an.
Schon in der ersten Saison 1950/51 erreichte der TSV einen hervorragenden siebten Tabellenplatz.
Ein Jahr später folgte sogar Rang sechs. Dieses Ergebnis konnte die Mannschaft 1954/55 wiederholen.
Auch 1959/60 gelang mit dem achten Tabellenplatz noch einmal eine Platzierung in der oberen Tabellenhälfte.
Elf Jahre Zugehörigkeit zur zweithöchsten Spielklasse dokumentieren eindrucksvoll, welche sportliche Bedeutung der TSV Straubing damals besaß.
Doch mit Beginn der 1960er-Jahre endete diese erfolgreiche Epoche.
In der Saison 1960/61 übernahm der ehemalige Bayern-Nationalspieler Jakob „Jakl“ Streitle das Traineramt. Den Abstieg aus der II. Division konnte jedoch auch er nicht verhindern.
Damit verabschiedete sich der TSV vorerst aus dem überregionalen Spitzenfußball.
1962/63 – Straubing wird Bayerischer Amateurmeister
Der Abstieg bedeutete keineswegs das Ende der großen sportlichen Erfolge.
Nur zwei Jahre später feierten die Straubinger einen weiteren historischen Höhepunkt.
In der Saison 1962/63 gewann der TSV Straubing die Bayerische Amateurmeisterschaft.
Nach einer starken Saison setzte sich die Mannschaft auch im Kampf um den bayerischen Meistertitel gegen den 1. FC Bamberg durch.
Es war ein Titel von besonderer Bedeutung, der bis heute zu den herausragenden Erfolgen der Straubinger Fußballgeschichte gehört.
1962 – Die Gründung des VfB Straubing
Während der TSV Straubing auf bayerischer Ebene um Meisterschaften spielte, entstand 1962 mit dem VfB Straubing ein weiterer Verein, der die Fußballgeschichte der Stadt nachhaltig prägen sollte.
Der VfB Straubing wurde am 22. September 1962 gegründet.
Mit seinem eigenen Vereinsleben, seinen Mannschaften und seinen engagierten Mitgliedern entwickelte sich der VfB über die folgenden Jahrzehnte zu einer festen Größe im Straubinger Fußball.
Besonders der Peterswöhrd sollte dabei zu seiner sportlichen Heimat werden.
1968 – Der Peterswöhrd wird zur gemeinsamen Fußballheimat
Ein wichtiges Jahr in der Geschichte der Straubinger Sportstätten war 1968.
Nach dem Verlust der bisherigen FSV-Sportanlage an der Wittelsbacher Höhe wies die Stadt Straubing dem FSV und dem VfB Sportflächen am Peterswöhrd zu.
Damit wurde das Sportgelände für beide Vereine zu einem wichtigen Mittelpunkt ihres sportlichen und gesellschaftlichen Lebens.
Über Jahrzehnte hinweg entwickelte sich der Peterswöhrd zu einem Ort, an dem weit mehr als Fußballspiele stattfanden.
Hier trafen sich Generationen von Spielern, Trainern, Betreuern, Vereinsmitgliedern und Zuschauern.
Die 1970er- und 1980er-Jahre – Höhen und Tiefen
Während der VfB seine Vereinsgeschichte fortschrieb, erlebte der TSV Straubing weitere sportliche Höhen und Tiefen.
Nach Jahren in der Bayernliga folgte 1970 der Abstieg in die Viertklassigkeit.
Erst 1982 gelang die Rückkehr in die höchste bayerische Amateurspielklasse.
Die Saison 1982/83 beendete der TSV mit einem respektablen siebten Tabellenplatz. Bereits 1984 musste die Mannschaft jedoch erneut absteigen.
Die großen Zeiten der II. Division waren inzwischen Vergangenheit.
Dennoch blieb der Straubinger Fußball ein fester Bestandteil der regionalen Sportlandschaft.
2002 bis 2012 – Das Ende einer traditionsreichen TSV-Ära
In der Saison 2001/02 spielte der TSV Straubing letztmals in der Landesliga Mitte.
Nach dem Abstieg 2002 folgten schwierige Jahre.
Sportliche Rückschläge, finanzielle Probleme und Veränderungen innerhalb der Vereinsführung führten dazu, dass die Fußballabteilung zunehmend an Bedeutung verlor.
Der frühere Zweitligist musste den Weg bis in die unteren Amateurklassen antreten.
In der Saison 2012/13 war die erste Herrenmannschaft schließlich in der Kreisklasse gemeldet.
Im Dezember 2012 stellte der Verein einen Insolvenzantrag.
Damit endete ein bedeutendes Kapitel des einstigen Straubinger Spitzenfußballs.
Die Erinnerungen an elf Jahre Zweitklassigkeit, zahlreiche große Begegnungen und die Bayerische Amateurmeisterschaft von 1963 bleiben jedoch ein wichtiger Bestandteil der Sportgeschichte der Stadt.
Der VfB Straubing – Tradition und Vereinsleben am Peterswöhrd
Unabhängig von der Entwicklung des TSV setzte der VfB Straubing seine eigene Vereinsgeschichte fort.
Über Jahrzehnte bestimmten sportliches Engagement, Nachwuchsarbeit, ehrenamtliche Tätigkeit und die Verbundenheit zum Peterswöhrd das Vereinsleben.
Der VfB entwickelte sich zu einer wichtigen Adresse für den Amateurfußball in Straubing und Niederbayern.
Die Sportanlage war dabei nicht nur Austragungsort von Meisterschaftsspielen, sondern auch ein gesellschaftlicher Treffpunkt.
Für viele Spieler, Trainer und Anhänger wurde der VfB zu einem festen Bestandteil ihres Lebens.
2019 bis 2024 – Zusammenarbeit und gemeinsamer Neubeginn
Bereits vor der späteren Fusion arbeiteten der FSV Straubing und der VfB Straubing in verschiedenen Bereichen zusammen.
2019 entstand eine gemeinsame Jugend-Spielgemeinschaft mit Türk Gücü Straubing.
Die Zusammenarbeit der Vereine wurde in den folgenden Jahren intensiviert.
Schließlich entstand die Überzeugung, dass eine gemeinsame Zukunft langfristig neue Möglichkeiten für die sportliche Entwicklung und das gesamte Vereinsleben eröffnen könnte.
Am 13. April 2024 beschlossen die Mitglieder die Verschmelzung beider Traditionsvereine.
Aus dem FSV Straubing 1926 und dem VfB Straubing 1962 wurde der heutige FSV VfB Straubing.
Mit der Fusion begann ein neues Kapitel der Straubinger Fußballgeschichte.
Die Traditionen beider Vereine blieben erhalten und bilden seither das Fundament einer gemeinsamen Zukunft.
Eine Geschichte, die weitergeschrieben wird
Heute steht der FSV VfB Straubing für die Verbindung aus Tradition, Gemeinschaft und sportlicher Weiterentwicklung.
Die beiden Sportanlagen am Peterswöhrd und im Straubinger Süden erinnern an die Wurzeln der Vereine.
Während Generationen von Fußballern ihre Spuren hinterlassen haben, tragen heute Herren-, Frauen-, Mädchen- und Jugendmannschaften die Vereinsfarben auf den Fußballplatz.
Die Geschichte des Fußballs in Straubing ist damit längst nicht abgeschlossen.
Sie wird mit jedem Spiel, jedem Tor, jeder Mannschaft und jeder neuen Generation weitergeschrieben.
Die wichtigsten Stationen als Zeitleiste
- 1921 Gründung des 1. FC Straubing
- 1945 Zusammenschluss zum TSV Straubing
- 1950 Aufstieg in die II. Division Süd
- 1961 Ende der elfjährigen Zweitliga-Zugehörigkeit
- 1962 Gründung des VfB Straubing
- 1963 TSV wird Bayerischer Amateurmeister
- 1968 Sportflächen am Peterswöhrd für FSV und VfB
- 1982 TSV kehrt in die Amateur-Oberliga Bayern zurück
- 2002 TSV steigt aus der Landesliga ab
- 2012 Insolvenzantrag des TSV
- 2019 Gemeinsame Jugend-Spielgemeinschaft
- 2024 Fusion zum FSV VfB Straubing