100 Jahre FSV Straubing – Folge 7 über Aufstieg, Vereinstreue und den Traum von der eigenen Heimat in den Jahren 1980 bis 1986 Logo

100 Jahre FSV | Folge 7 | Aufstieg, Vereinstreue und der Traum von der eigenen Heimat

Rückblick auf Folge 6

In der vergangenen Folge haben wir auf die bewegten 1970er-Jahre zurückgeblickt: auf Jubiläen, den überraschenden 3:1-Erfolg gegen den TSV Straubing, das niederbayerische Pokalfinale 1977 und auf eine Phase, in der der Verein trotz sportlicher und organisatorischer Rückschläge weiter zusammenhielt.

Am Ende dieses Jahrzehnts war eines klar: Der Peterswöhrd sicherte zwar den Spielbetrieb, sollte für den FSV aber nie die endgültige Heimat sein. Der Wunsch nach einer eigenen Sportanlage im Straubinger Süden blieb bestehen.


Der Blick geht wieder nach vorne

Die späten 1970er-Jahre hatten den FSV vor große Herausforderungen gestellt.

Nach dem Pokalfinale von 1977 und dem Rücktritt großer Teile der Vorstandschaft musste der Verein sportlich und organisatorisch einen neuen Weg finden.

Doch gerade in dieser schwierigen Phase zeigte sich erneut, wie stabil die Gemeinschaft inzwischen geworden war.

Die Altherrenmannschaft hatte sich etabliert.

Das Vereinsleben entwickelte sich weiter.

Die Mitgliederzahlen stiegen.

Und der Traum von einer eigenen Sportanlage blieb lebendig.

Die Jahre von 1980 bis 1986 sollten deshalb zu einer Phase werden, in der der FSV nicht nur sportlich wieder Hoffnung schöpfte.

Im Hintergrund wurden gleichzeitig die Grundlagen für eine Entscheidung geschaffen, die die Zukunft des Vereins dauerhaft verändern sollte.

1981: Wiederaufstieg in die A-Klasse

Sportlich begann das neue Jahrzehnt mit einem Erfolgserlebnis.

Unter Trainer Erich Parzl gelang der ersten Mannschaft im Jahr 1981 der Wiederaufstieg in die A-Klasse.

Nach Jahren mit sportlichen Rückschlägen war dieser Erfolg enorm wichtig.

Er zeigte, dass sich Geduld und kontinuierliche Arbeit auszahlten.

Auch das Training jener Zeit wird in der Chronik besonders hervorgehoben.

Regelmäßig sollen 20 bis 25 Spieler am Training teilgenommen haben.

Für einen Amateurverein war das eine beachtliche Zahl.

Erich Parzl war dabei weit mehr als nur Trainer.

Seine medizinischen Kenntnisse machten ihn zu einer wichtigen Bezugsperson der Mannschaft.

Legendär waren laut Chronik seine „Tapes“, mit denen er angeschlagene Spieler immer wieder erstaunlich schnell einsatzfähig machte.

Solche Geschichten gehören zu einer Vereinschronik genauso wie Tabellen und Ergebnisse.

Sie erzählen von Menschen, die eine Mannschaft geprägt haben.

Arpad Medve bringt neue Impulse

Auf Erich Parzl folgte mit Arpad Medve eine weitere außergewöhnliche Trainerpersönlichkeit.

Die Chronik beschreibt ihn als Motivationskünstler, Menschenkenner und väterlichen Freund seiner Spieler.

Zuvor hatte er unter anderem bei Waldhof Mannheim gearbeitet und brachte entsprechend viel Erfahrung mit nach Straubing.

Unter seiner Leitung erlebte der FSV eine der stärksten Phasen dieses Jahrzehnts.

Der vierte Tabellenplatz in der A-Klasse war Ausdruck einer Entwicklung, die viele außerhalb des Vereins überraschte.

Doch vielleicht war etwas anderes noch bemerkenswerter.

Der FSV hielt an seinem eigenen Weg fest.

Fußball aus Überzeugung

Während bei vielen Vereinen finanzielle Anreize für Spieler zunehmend üblich wurden, setzte der FSV weiterhin auf eine andere Philosophie.

Die Spieler blieben wegen Kameradschaft, Vereinsverbundenheit und Freude am Fußball.

Nicht wegen Geld.

Das mag aus heutiger Sicht fast romantisch klingen.

Doch genau diese Haltung prägte den Verein über viele Jahre.

Der sportliche Erfolg war deshalb auch ein Erfolg der Vereinsphilosophie.

Eine Generation außergewöhnlicher Vereinstreue

Die Mannschaften dieser Zeit wurden von Spielern geprägt, die dem FSV über lange Jahre verbunden blieben.

Die Chronik nennt unter anderem:

Karl, Georg und Uwe Vornehm
Rudi Zepner
Ottmar Spießl
Klaus Vaclavek
Otto Feicht
Werner und Willi Palloch
Erich Früchtl
Helmut Dietl.

Viele dieser Spieler hatten Angebote anderer Vereine.

Trotzdem blieben sie.

Gerade in einer Zeit, in der sportliche Konkurrenz und finanzielle Möglichkeiten im Amateurfußball immer stärker wurden, war diese Loyalität alles andere als selbstverständlich.

Deshalb erinnert die Chronik ganz bewusst an diese Generation.

Sie war sportlich wichtig.

Aber noch wichtiger war sie als Fundament der Vereinskultur.

Manfred Bauer führt den Verein

Auch organisatorisch gelang es, wieder Stabilität zu schaffen.

Von 1981 bis 1986 stand Manfred Bauer an der Spitze des FSV.

Gemeinsam mit seinen Vorstandskollegen musste er einen schwierigen Spagat bewältigen:

sportliche Ambitionen auf der einen Seite,

wirtschaftliche Vernunft auf der anderen.

Als Spielertrainer wirkte außerdem Josef Schambeck.

Unter seiner Mitwirkung konnte sich die Mannschaft weiterhin konkurrenzfähig präsentieren.

Die A-Klasse wurde insgesamt drei Jahre gehalten.

Für lange Zeit sollten dies die letzten Jahre des Vereins in dieser Spielklasse bleiben.

Fast 500 Mitglieder

Während auf dem Peterswöhrd um Punkte gekämpft wurde, entwickelte sich das Vereinsleben kontinuierlich weiter.

Die Mitgliederzahl näherte sich der Marke von 500 Personen.

Für den FSV war das enorm wichtig.

Denn damit wuchs nicht nur die Gemeinschaft.

Es entstand auch eine zunehmend solide wirtschaftliche Basis.

Die Altherrenabteilung entwickelte sich positiv.

Mit der Unterabteilung Eintracht konnte sogar eine dritte Mannschaft an der Straubinger Stadtmeisterschaft teilnehmen.

Der FSV war damit längst weit mehr als nur die erste Mannschaft.

Er war ein Verein mit unterschiedlichen Generationen, Mannschaften und sozialen Strukturen.

Familien werden zu einem entscheidenden Teil des Vereins

Besonders wichtig war die zunehmende Einbindung der Familien.

Frauen, Freundinnen und Angehörige halfen bei Veranstaltungen, Festen und organisatorischen Aufgaben.

Was damals vielleicht wie normale Vereinsarbeit wirkte, sollte später eine enorme Bedeutung bekommen.

Denn für das große Ziel des Vereins brauchte es nicht nur Spieler.

Es brauchte eine ganze Vereinsfamilie.

Und dieses Ziel hieß weiterhin:

eine eigene Sportanlage im Straubinger Süden.

Jahr für Jahr wurde gespart

Seit dem Verlust der „Schwarzen Erde“ 1968 hatte praktisch jede Vorstandschaft versucht, den Traum von einer eigenen Heimat aufrechtzuerhalten.

In den frühen 1980er-Jahren wurde dieses Ziel nun systematischer verfolgt als je zuvor.

Bei Sportfesten.

Bei Bierzeltveranstaltungen.

Bei Stadtplatzaktionen.

Bei Vereinsfesten.

Immer wieder wurde gesammelt, organisiert und gespart.

Jede zusätzliche Einnahme hatte langfristig dieselbe Richtung:

Sportplatzbau.

Über fast zehn Jahre hinweg entstand auf diese Weise ein Kapital von rund 25.000 D-Mark.

Für einen Amateurverein war das eine bemerkenswerte Leistung.

Vor allem, weil dieses Geld nicht irgendwoher kam.

Es entstand durch ehrenamtliche Arbeit.

Durch Veranstaltungen.

Durch Verzicht.

Und durch Menschen, die immer wieder bereit waren, ihre Freizeit für dasselbe Ziel zu investieren.

Der Preis des langfristigen Denkens

Dass der Verein konsequent für die eigene Zukunft sparte, hatte natürlich auch Folgen.

Geld, das zurückgelegt wurde, konnte nicht an anderer Stelle ausgegeben werden.

Während andere Vereine sportlich investieren konnten, musste der FSV immer wieder abwägen.

Kurzfristiger Erfolg?

Oder langfristige Zukunft?

Der FSV entschied sich zunehmend für Letzteres.

Rückblickend war genau diese Haltung entscheidend.

Denn ohne diese finanzielle Vorbereitung wäre das spätere Bauprojekt kaum denkbar gewesen.

23. Juli 1986: Ein historischer Beschluss

Am 23. Juli 1986 kam schließlich jener Moment, auf den der Verein jahrelang hingearbeitet hatte.

Bei der Jahreshauptversammlung beschlossen die Mitglieder offiziell:

Der Bau eines eigenen Sportgeländes soll in Angriff genommen werden.

Damit veränderte sich etwas Entscheidendes.

Aus einem Wunsch wurde ein Projekt.

Aus Hoffnung wurde Planung.

Aus einer Idee wurde ein Auftrag an den Verein.

Der Förderverein entsteht

Parallel dazu entstand auf Initiative von Stefan Stankowic der Förderverein FSV Sportplatzbau.

Zur ersten Vorstandschaft gehörten:

Stefan Stankowic als Vorsitzender
Erwin Sommer als zweiter Vorsitzender
Monika Steiger als Organisationsleiterin
Wolfgang Pelka als Schatzmeister
Alfred Schweikl als Schriftführer
sowie Henryk Schreder und Alfons Meißner als Beisitzer.

Diese Namen sollten für die kommenden Jahre noch eine wichtige Rolle spielen.

Denn jetzt begann die Phase, in der aus Ideen konkrete Arbeit wurde.

Noch gab es keinen Platz

Trotz des Beschlusses war die Zukunft noch keineswegs gesichert.

Es gab noch kein endgültiges Grundstück.

Keine Genehmigung.

Keine fertige Sportanlage.

Aber zum ersten Mal gab es eine klare Strategie.

Und genau das machte den Unterschied.

Der Traum von einer eigenen Heimat war nicht länger nur ein Satz, der bei Versammlungen ausgesprochen wurde.

Er hatte begonnen, Realität zu werden.

Ein Zeitraum mit enormem Weitblick

Rückblickend waren die Jahre 1980 bis 1986 weit mehr als eine sportliche Zwischenphase.

Der FSV schaffte den Aufstieg in die A-Klasse.

Er erlebte starke Jahre unter Erich Parzl und Arpad Medve.

Eine außergewöhnlich treue Spielergeneration prägte den Verein.

Die Mitgliederzahl näherte sich der Marke von 500.

Und vor allem:

Der FSV traf eine der wichtigsten Entscheidungen seiner jüngeren Geschichte.

Während auf dem Peterswöhrd weiterhin Fußball gespielt wurde, entstand im Hintergrund bereits das Fundament für die Zukunft.

Die eigentliche Erfolgsgeschichte sollte nun erst beginnen.

In der nächsten Folge

Folge 8: Förderverein, Stadtplatzfeste und der Bau der neuen Sportanlage

Der Beschluss war gefasst.

Nun musste aus Worten Realität werden.

Ein Förderverein begann Geld zu sammeln.

Mitglieder organisierten Veranstaltungen und Stadtplatzfeste.

Helfer investierten Zeit, Kraft und unzählige Arbeitsstunden.

Und schließlich rückte eine eigene Heimat im Straubinger Süden tatsächlich in greifbare Nähe.

Nächsten Mittwoch erzählen wir, wie aus jahrzehntelangem Sparen, Ehrenamt und Beharrlichkeit eines der größten Projekte der Vereinsgeschichte entstand.

Historische Mannschaft des FSV Straubing aus der Zeit auf dem Peterswöhrd

Eine FSV-Mannschaft aus der Peterswöhrd-Zeit. In den frühen 1980er-Jahren gelang der sportliche Wiederaufstieg, während der Verein gleichzeitig weiter auf eine eigene Heimat im Straubinger Süden hinarbeitete.

Historische Gruppenaufnahme aus dem Vereinsleben des FSV Straubing

Nicht nur sportlicher Erfolg prägte diese Jahre. Vereinsleben, Freundschaften und die starke Gemeinschaft waren wichtige Säulen des FSV und halfen dabei, den Traum von einer eigenen Sportanlage weiterzuverfolgen.

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