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12.000 Stunden, damit der Ball rollt (Teil1)

Wenn am Wochenende der Schiedsrichter anpfeift, sehen wir 90 Minuten Fußball.

Was man nicht sieht: die vielen Stunden davor.

Training planen. Mannschaften organisieren. Plätze vorbereiten. Spielverlegungen abstimmen. Pässe bearbeiten. Kabinen öffnen. Kassen besetzen. Getränke organisieren. Spielberichte schreiben. Fotos machen. Videos schneiden. Sponsoren betreuen. Veranstaltungen vorbereiten. Probleme lösen.

Ein Verein funktioniert nicht einfach.

Er funktioniert, weil Menschen ihre Freizeit investieren.

Rund 12.000 ehrenamtliche Stunden im Jahr

Für einen Verein unserer Größenordnung mit rund 500 Mitgliedern und elf Mannschaften ergibt eine realistische Hochrechnung einen ehrenamtlichen Arbeitsaufwand von ungefähr 10.000 bis 14.000 Stunden pro Jahr.

Ein plausibler Mittelwert liegt bei etwa:

12.000 Stunden

Das sind ungefähr:

  • 1.000 Stunden im Monat
  • 230 Stunden in einer normalen Woche
  • oder das Arbeitsvolumen von ungefähr sechs bis sieben Vollzeitkräften

Und das alles zusätzlich zu Beruf, Familie und dem eigenen Alltag.

Natürlich steht hinter dieser Zahl keine Stoppuhr. Niemand schreibt jede Fahrt zum Sportplatz, jedes Telefonat und jede spontane Problemlösung mit.

Die Zahl ist eine realistische Hochrechnung.

Und vielleicht macht gerade sie sichtbar, was im Vereinsalltag sonst selbstverständlich erscheint.

Viel mehr als Training und Spiel

Der größte Anteil der Arbeit entsteht natürlich unmittelbar rund um unsere Mannschaften.

Trainer und Co-Trainer stehen Woche für Woche auf dem Platz. Doch ihre Arbeit beginnt nicht mit dem ersten Trainingspfiff und endet nicht mit dem Schlusspfiff.

Trainings müssen vorbereitet werden. Kader werden geplant. Spieler und Eltern müssen informiert werden. Spiele und Turniere werden organisiert. Hinzu kommen Fahrten, Nachbereitung und zahlreiche Gespräche.

Doch auch außerhalb des Sportplatzes läuft jeden Tag Vereinsarbeit.

Mitgliederverwaltung, Finanzen, Verbandsarbeit, Platzpflege, Veranstaltungen, Sponsoring oder Öffentlichkeitsarbeit gehören genauso dazu.

Und viele dieser Aufgaben finden genau dann statt, wenn man sie nicht sieht.

Hinter jeder Mannschaft steht ein Netzwerk

Ein Fußballverein besteht deshalb nicht nur aus Spielern und Trainern.

Er besteht aus:

Trainern und Betreuern.
Eltern und Fahrern.
Vorständen und Organisatoren.
Platzhelfern und Kassenteams.
Veranstaltungshelfern und Sponsorenbetreuern.
Menschen, die fotografieren, schreiben, filmen oder Social Media betreuen.

Und aus vielen weiteren, die irgendwo einspringen, wenn Hilfe gebraucht wird.

Oft nur für eine Stunde.

Manchmal für einen ganzen Tag.

Und manche Woche für Woche.

Was wäre diese Arbeit eigentlich wert?

Ehrenamt lässt sich nicht wirklich in Euro ausdrücken.

Aber man kann versuchen, die Dimension greifbarer zu machen.

Würde man für die unterschiedlichsten Tätigkeiten einen vorsichtigen durchschnittlichen professionellen Ersatzwert ansetzen, entspräche diese Arbeit einer Größenordnung von mehreren hunderttausend Euro pro Jahr.

Nicht als tatsächliche Einsparung.

Sondern als Hinweis darauf, welchen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wert freiwillige Arbeit besitzt.

Ein Verein unserer Größe ist ein kleiner Sportbetrieb

Elf Mannschaften, rund 500 Mitglieder, Trainings- und Spielbetrieb, Plätze, Veranstaltungen, Finanzen, Verwaltung, Sponsoren und Medienarbeit.

Organisatorisch ist das längst mehr als ein Hobbybetrieb.

Der entscheidende Unterschied:

Ein großer Teil dieser Arbeit wird nicht von Angestellten erledigt.

Sondern von Ehrenamtlichen.

Und genau deshalb möchten wir in den kommenden Wochen einmal genauer hinschauen.

Neue Serie: „So funktioniert unser Verein“

Bis zu unserem 100-jährigen Jubiläum am 11. September möchten wir jeden Montag einen Blick hinter die Kulissen werfen.

Wir zeigen:

  • wie viel Arbeit Trainer und Mannschaftsverantwortliche leisten,
  • welche Aufgaben im Hintergrund erledigt werden,
  • warum Vereinsarbeit heute auch digital stattfindet,
  • und vor allem: welche Menschen das alles möglich machen.

Denn am Ende sind 12.000 Stunden keine Zahl.

12.000 Stunden sind Menschen.

Menschen, die sagen: „Ich helfe mit.“

Und dafür kann man eigentlich gar nicht oft genug Danke sagen.

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